Sorry fuer die lange Pause, die letzten Tage waren ungeheur voll...
Mittlerweile hab ich in drei Wawa Wasis geaerbeitet und bin zu dem Schluss gekommen, dass das doch nicht so gaaaanz einfach ist:) Vor allem insofern, als die Kinder eine Spielecke haben, deren Bestueckung sie im Schlaf kennen und deren Spiele sie mit geschlossenen Augen durchjuckeln koennen. Also null Herausforderung. Und in den kleinen Innenhoefen, die ausserdem zum Spielen zur Verfuegung stehen, liegt meist nur ein Haufen alter Balken und Steine rum. Platz gibts auch keinen. Und richtig kommunizieren koennen wir ja auch nicht, was die Sache nicht gerade einfacher macht. Also hab ich mich in den ersten Tagen vor allem aufs Fussballspielen kapriziert und mache mich trotz duenner Luft langsam als Torwartin. Mit dem bei einem abendlichen Kuechengespraech mit einem ca. 8jaehrigen Nachbarsjungen als "bestem Torwart der Welt" identifizierten Oliver Kahn kann ich es allerdings noch nicht aufnehmen. Ansonsten gabs bislang Balanzieren auf Holzstangen und in der Luft rumwirbeln bis zum Casi-Rueckenbruch - eine funktionabler Dauerbrenner... Gestern allerdings hab ich mich in Huancayo mit einigen Saetzen Malstiften und Ausmalbuechern eingedeckt, die ab morgen zum Einsatz kommen. Und Hoolahoop-Reifen. Problematisch ist ja auch, dass die Kinder von 0 bis 3 Jahren alt sind und es schwierig ist, etwas zu finden, was alle in irgendeiner Form beschaeftigen kann. Die Grossen fordern die meiste Aufmeksamkeit, obwohl die kleinen wie mir scheint deutlich mehr Foerderung noetig haetten. Na, man lebt und lernt. Mal sehen, wir sich meine Qualitaeten als Kindergarten-Tia in den kommenden Wochen noch entwickeln werden.
Im Moment kaempfe ich allerdings mit einer ordentlichen Magenverstimmung (entsprechend haenge ich hier auf dem Stuhl vor dem ohnehin mindestens einen halben Meter zu niedrig angebrachten Bildschirm rum), die mir vermutlich das halbe Kilo Bohnen eingebracht hat, das ich heute zum Fruehstueck verzehrt habe. Neben dem Maiskolben mit Kaese und dem Kuerbistee. Wenn ich jemals den Gedanken gehegt habe, in 5 Monaten mit 10 Kilo weniger auf dem Hueften heimzukehren, hab ich mich glaub ich ziemlich geschnitten. Aus keinem Haushalt gibt es ein Entkommen, bevor man nicht mindestens einen Teller oder eine Schuessel einer kompletten Mahlzeit verzehrt hat. Vor allem Ingrids Mutter ist darin Spezialistin:)
Ansonsten hab ich meinen Spanisch-Kurs begonnen, bei Stefanie, die vor einiger Zeit beim Volunteering Ruben kennengelernt und geheiratet hat (Anm. d. Red.: Es gibt DURCHAUS grossgewachsene Peruaner!!) Also doch ein klein bisschen deutsche Ansprache, die wir beide glaube ich sehr geniessen. Vorgestern hatte sie Geburtstag (wozu es von mir das ausgelesene "Orakel von Port Nicolas" gab - ihr seht, ich bin immer noch im Dienst:); ist aber nicht gerade eines von Freds Glanzstuecken, wie ich doch mal kurz loswerden muss...) und so habe ich meine erste durchtanzte Disco-Nacht erlebt. Viva los anos ochenta!! Ueber Modern Talking hab ich mich schon lange nicht mehr so gefreut (Dieter Bohlen ist hier neben Olli K., Michael Ballack und Jens Lehmann durchaus ein Begriff!!) Das ganze gemischt mit la musica sudamericana. Zwei Discos hab ich kennengelernt, eine so ein bisschen das Berliner Eck in ganz gross mit zwei Etagen, in der zweiten sollte mittels als Scheichs verkleideter Ober der Hauch des Orients erzeugt werden. Ich freu mich schon auf das naechste Mal! Und Salsa lern ich auch noch!
Nach 3 Stunden Schlaf bei Ingrid gings dann weiter in ein kleines Dorf namens Chupaca, in dem das Casa Project von I. und B. angesiedelt ist, in dem ich in einem Monat arbeiten werde. Dort auf dem Markt zwischen Kuehen, Schweinen, Schafen und Wunderheilern haben wir dann Zettel verteilt, die die Landbevoelkerung einladen sollen, ihre Kinder nach der Schule nachmittags in der Casa abzugeben, wo wir dann mit ihnen spielen und die Hausaufgaben machen. Das Zauberwort dabei war GRATIS. Mal sehen, wieviele ueberhaupt imstande waren, den Zettel zu lesen und wieviele auftauchen werden.
Ansonsten hatte ich heute meinen ersten Waschtag. In Bottich 1 wird das Waschpulver aufgeloest, in Bottich 2 wird zwischengespuelt und in Bottich 3 wird dann alles sauber. Aber immer noch ein wesentlich groesserer Luxus als ihn jene Leute geniessen, die ihre Waesche am Fluss waschen muessen. Na, und anschliessend wird alles neben den Meerschweinchen aufgehaengt:) Dass es kein warmes Wasser gibt, hatte ich erwaehnt, oder? Lediglich fuer meine erste laendliche Dusche vorgestern wurde auf dem Herd ein bisschen warmes Wasser aufgewaermt, welches ich mir dann - selbst in einem Bottich stehend - mit einer Kaffeetasse sparsam ueber den Kopf und den Rest gegossen habe. Und was soll ich sagen - es geht alles! Es ist mir sogar gelungen, mir die Beine zu rasieren:) Denkt an mich, wenn ihr das naechste Mal unter einer heissen Dusche steht oder gar in eine Badewanne eintaucht. Oder die Klospuelung betaetigt und sich tatsaechlich irgendein Mechanismus in Gang setzt. Nein, das ist jetzt gemein - 50% der Zeit funktioniert die Spuelung durchaus.
Ausserdem war ich heute bei einer der Toechter von Senora Lourdes zum Essen eingeladen, hab aber, mich mit Magenschmerzen windend, in erster Linie Mitleid als gute Unterhaltung hervorgerufen. Da kam es mir schon sehr entgegen, danach mit der Tochter des Hauses Shakira-Videoclips zu kucken und sie beim Tanzen anzufeuern. Ich hoffe, morgen hat sich das gelegt und ich kann wieder aufrecht meinen Olli geben.
In den naechsten Tagen werde ich sehen, ob es mir gelingt, auch mal ein paar Fotos hochzuladen, damit ihr Euch mal ein besseres Bild machen koennt.
Seid herzlich gegruesst und hasta pronto!
Montag, 18. Februar 2008
Fussball, Spanisch, Tanzen und Magenverstimmung haben
Labels:
Casa Proyecto,
Disco,
Dusche,
Fußball,
Magenverstimmung,
Peru,
Spanischkurs
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
2 Kommentare:
Ui, so viel los - so viel zu erleben.
Schön, daß es dir gefällt und der Alltag dann doch anders ist, als in künsten Träumen vorgestellt.
Aber doch bestimmt ein Erlebnis
Ständiges Lächeln war in meinem Gesicht. Besonders die Mehrschweinchen haben mich zum schmunzeln gebracht.
Halte durch. Auf Luxus verzichten zu können macht auch stark.
Ganz viele und ebenso liebe Grüße ins Andenhochland
Ines
meine liebe angelina,
hehehe- da ist ja was los...ich bin beeindruckt!
endlich habe ich das mit deinem blogblogblog kapiert- absolutes neuland für mich!
aber man kann dir trotzdem "normale" mails schicken, wa?...hoffe ich doch- weil das werde ich jetzt tun!
...gleichzeitig zerbreche ich mir den kopf über ideen, die du mit den kids durchziehen könntest...
bist geherzt und grdrückt aus der ferne!
nini.
Kommentar veröffentlichen