Sonntag, 7. September 2008

1A-Umzüge keineswegs so 1A....

Am nächsten Tag bis um zweie war dann das Nötigste geputzt und konnten meine 28 eingelagerten Karton wiederkommen.
Es kam dann auch, aber anders....
Nachdem ich den Möbelschleppern zur vereinbarten Stunde mittels Türsummer Eintritt verschafft hatte, wartete ich für mein Gefühl verhältnismäßig lange, bis ich endlich jemanden auf dem unteren Treppenabsatz hörte. Wild schnaufend und das verdammte Gewicht verfluchend.

Hmmmmmmmmm, komisch, dachte ich so bei mir, so Möbelpacker sind doch eigentlich andere Kaliber als meine mickrigen Umzugskartons gewöhnt.

Als dann kurze Zeit und einiges Gewuchte später auch noch der Ruf nach einem Tragegurt an mein Ohr drang, hielt ich die Zeit für gekommen, doch mal eben nachzusehen, wie meine Kartons zwischenzeitlich derart an Gewicht zugelegt haben konnten, bzw. mit welchen Hämpflingen ich es hier zu tun hatte. Mittlerweile bereits auf der dritten Treppe angekommen, strahlte mir ein riesengroßer, blendendweißer Kühlschrank entgegen, darüber ein leuchtendroter aufgequollener Kopf, der sich bei mir über das Gewicht dieses Monsters echauffierte.

Aha, ist ja alles schön und gut, ABER: Das ist nicht mein Kühlschrank!!!
Waaaas??? Das kann nicht sein!!!! Der stand auf dem Platz in der Halle, an dem Ihr Name hing!!!

Mir schwante mittlerweile Böses, doch hoffte ich noch, daß es mit dem Zurückbringen des Kühlmonsters in den Lieferwagen getan sein würde und dann mit dem Ausladen meiner Kartons begonnen werden könnte.
Kartons????? In unserem Lieferwagen gibts keine Kartons!! Aber die Küche ist schon von Ihnen, oder????
Ok, langsam wurde es zuviel des Guten. Nein - meine Küche steht eingebaut noch stets an ihrem angestammten Platze und ich will jetzt bitte SOFORT wissen, wo mein gesamtes Hab und Gut abgeblieben ist!!!!

Einiges wildes und vornehmlich türkisches Hin- und Hertelefonieren später stellte sich heraus, daß der Hallenmeister offenbar Scheiße gebaut hatte. Die beiden in meiner Küche stehenden Herren waren extra um sechs Uhr im Lager angetanzt, um die Sachen abzuholen. Und jetzt alles für die Katz. Was nun weiter geschehen würde, konnte mir allerdings auch keiner sagen. Der Chef würde sich dann bald bei mir melden, sagten sie mitleidig, und zogen von dannen. Tat er aber nicht, der Chef. Erst nach mehreren Anrufen meinerseits bequemte man sich, schon leicht genervt (!!!), mir die Auskunft zu erteilen, daß meine Kartons nicht verschwunden seien und noch am selben Abend, so gegen 9, geliefert werden würden.
Und so wurde es neun, dann zehn, dann elf. Da ich nur die Handynummer des mittäglichen Fahreres gespeichert hatte, begann ich diesen nun zuhause zu dieser nächtlichen Stunde mit zaghafter Nachfrage zu belästigen. Dieser wiederum rief dann den Chef an, der dann wiederum mich anrief, um mir mitzuteilen, daß der Laster sich in unmittelbarer Nähe meiner Wohnung befände, nur ein paar Straßen weiter. Auch für ein paar Straßen weiter kann man augenscheinlich eine Ewigkeit brauchen und so fuhr der Laster weit nach Mitternacht vor meiner Türe auf. Mit höchst mürrischen Gesicht entstieg diesem dann ein ruppiger und unsympathischer Kerl, der ohne zu grüßen erstmal die 200 Euro Liefergebühr einforderte. Als ich daraufhin meinte, bei diesem grauenvollen Service nicht mehr bereit zu sein, diese Summe zu bezahlen, stieg er postwendend wieder in den Wagen und weigerte sich, mir mein Eigentum auszuhändigen. Nachdem ich meinte, ich hätte dies bereits seinem Chef mitgeteilt, folgten erneute, mit wütender Stimme geführte türkische Telefonate und endlich wurde die Klappe des Laderaums geöffnet. Allerdings begann der Kerl beim Rausladen eine erneute Diskussion um die Kohle und meinte, er hätte nun kein Benzingeld und überhaupt würde sein Chef ihm alles, was ich nicht zahlen würde, vom Gehalt abziehen. Ich bin manchmal ein bißchen zu naiv, war in der mitternächtlichen Horrorsituation ziemlich eingeschüchtert und wollte einfach nur noch meine Sachen wieder in meinen Besitz bringen. Also hab ich ihm die 190 Euro, die ich in der Tasche hatte, in die Hand gedrückt.

Wenn ihr jetzt aber meinte, daß dies dazu führte, daß man die Kartons nun ENDLICH in meine Wohnung schaffen würde - weit gefehlt!! Die wertvollen Stücke wurden unten im Gang abgeladen und dann tat sich erstmal lange gar nichts. Währenddessen fing mein reizender und hilfsbereiter Nachbar, der zufällig Zeuge des ganzen Szenarios geworden war, nun selber an, meine Sachen hochzuschleppen. Und dafür hab ich jetzt knapp 200 Flocken bezahlt? Es folgte ein erneuter Anruf beim Chef, über dessen Handynummer ich mittlerweile verfügte, der mir versprach, seine Leute ordentlich "zusammenzuscheißen". Am Beifahrer, dem armen Helfershelfer des großen Arschlochs, ist dann schließlich die ganze Arbeit hängengeblieben, der andere hat keinen Finger gerührt. Der Chef, von dem ich eine Rückerstattung der bezahlten Kosten forderte, lachte mich daraufhin aus und meinte, ihm seien ja schließlich doppelte Kosten entstanden.
Kann ich vielleicht was dafür, wenn die Leute mit analphabetischen Hallenmeistern zusammenarbeiten??
Oberdreist hat er mich dann noch eingeladen, in der kommenden Woche zu einem Kaffee in seiner Spedition vorbeizukommen, wobei man dann nochmal über alles reden könne. Und wenn nicht, dann käme er mal bei mir vorbei. Tat er natürlich nicht und damit tat er auch gut.

An dieser Stelle also meine Warnung vor diesem unfähigen, ungehobelten und unangenehmen Unternehmen in der Berliner Seestraße 108.

Freitag, 5. September 2008

Erstmal putzen

Da komme ich also um elf Uhr abends nach 5 Monaten Abwesenheit wieder in meiner Wohnung an und freue mich, in aller Ruhe mein Zeug abstellen, mich ein bißchen zu entspannen und ausgeruht die bereits für den nächsten Tag organisierte Kistenrücklieferung aus dem Lager abwarten zu können. Leider sollte es anders kommen. Denn bereits nach flüchtigem Übersehen der hygienischen Grundsituation war ziemlich klar, daß ich meine Wohnung, bevor ich diese wieder mit meinen Sachen bestücken können würde, einer tiefgehenden Komplettreinigung unterziehen müßte. So eine S***** aber auch! Ich war felsenfest davon ausgegangen, meine Untermieterin diesbezüglich richtig eingeschätzt zu haben und wir hatten ja in meiner Abwesenheit auch ständig netten Kontakt miteinander gehabt. Wieso also war sie ganz offensichtlich nicht mal in der Lage, vor ihrem Auszug wenigstens mal den Staubsauger anzuschmeißen und so zu tun als ob.... Und schließlich - vom netten Kontakt jetzt mal ganz abgesehen - stand es schließlich explizit im Vertrag, daß die Wohnung sauber zu übergeben sei. Ich hab ja vor meiner Abreise auch einige Tage mit Einpacken und Putzen verbracht.

Ok, aber es half ja nix. Also ran an den Putzwedel. Und bis 6 Uhr morgens durchgescheuert. Und am kommenden Tag dann noch einige weitere Stunden, mit stetig steigendem Wutpegel.
Um diesen wieder abzubauen und meiner Enttäuschung Luft zu machen, hab ich mich, sobald der Computer wieder angeschlossen war, natürlich hingesetzt und diese ihr gegenüber in einer Mail deutlich formuliert. Und dann kam die schon zu erwartende Retourkutsche:
Jaaaaaaaa, alsooooooooo, ich gebe ja zu, daß ich das mit dem Saubermachen nicht so richtig ernst genommen habe, ABER: schließlich bist du ja selber daran schuld, denn die Wohnung war bei meinem Einzug auch BEI WEITEM nicht so sauber, wie ich mir das vorgestellt habe.

Dazu kann ich nur drei Dinge sagen:
a) Wer mich kennt, weiß, daß man mich nahezu als putzende Zwangsneurotikerin bezeichnen kann. Wenn ich putze, dann putze ich, und das tut kaum jemand so gründlich wie ich.
b) Wenn ich dann noch für jemand anderen als mich selbst putze, so geschieht dies um so gründlicher.
c) What the f**** ist denn das bitte für eine Ausrede? Wie Du mir, so ich Dir? Sind wir im Kindergarten?? Oder im Alten Testament?

Ok, soviel dazu. Das gleiche Geschiß hatte ich schon, als ich meine Wohnung vor Jahren erstmals untervermietet habe. Mit denselben Ausreden, von denen ich mich damals noch verunsichern habe lassen. Diesmal habe ich die Putzzeit von der Kaution abgezogen. Außerdem die Kohle für meine kaputtgegangenen Sachen, die lieblos in einen Karton gepfeffert worden waren.

Ich weiß, es hätte viel schlimmer kommen können und bis auf diese abschließende "Unpäßlichkeit", die mit einigen Scheuerstunden wieder behoben werden konnte, ist ja alles wirklich gut und reibungslos gelaufen. Trotzdem finde ichs schade und enttäuschend.

Ritmo Romántica


Ich habe meinen favorisierten peruanischen Radiosender im Netz gefunden. Welche Freude!
Relajate y siente:)