Man kann ja aus allem eine Wissenschaft machen. Und das ist in der Regel genau das, was ich so tue. Das Beschäftigungsfeld "Versicherungsschutz" bietet dazu grenzenlose Möglichkeiten... Ich schätze, ich könnte mittlerweile wohl locker eine Zwischenprüfung zur Versicherungskauffrau bestehen. Zu jeder einzelnen Versicherung wurde von mir eine nahezu fußballfeldgroße Excel-Tabelle angefertigt, die ich bei Interesse gerne durchschicken kann:)
Zu den einzelnen Versicherungen ist zu sagen:
Haftpflicht
Lief bei mir gerade aus, insofern genau der richtige Zeitpunkt, sich dieser Thematik "anzunehmen". Aber egal, was die Versicherung auch abdeckt (zu achten ist hier auf Forderungsausfalldeckung und Deckung bei grober Fahrlässigkeit), da es sich ja um eine PRIVATE Haftpflicht handelt, zahlt die eh nicht, wenn ich während meiner Tätigkeit in Peru was anrichte. Und dort bin ich, wie mir mitgeteilt wurde, seitens Expand Peru nicht versichert.
Lediglich die Interrisk hat eine Deckung für ehrenamtliche Tätigkeit, aber man darf dann nicht in einer aufsichtsinnehabenden Position oder so ähnlich tätig sein. Also alles Definitionssache. Und dann besteht natürlich im Zweifelsfall keine Deckung. Also hab ich mir hier für die AXA entschieden, die das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat.
Hausrat
Lief ebenso gerade ab, also auch hier alles neu macht der Mai. Kurz und bündig: Alle Versicherungen weigerten sich, meinen Hausrat während meiner 5monatigen Abwesenheit zu versichern, egal ob meine Wohnung nun bewohnt oder unbewohnt sein würde. Was allerdings widersinnigerweise sehr wohl möglich sein würde, wäre, daß meine Untermieterin eine Hausratversicherung auf meine Adresse abschließen würde. Womit dann sowohl mein Hausrat als auch ihrer versichert sein würde. Indem sie die Versicherung auf ihren Namen abschließen würde, würde sie - O-Ton: "auf glaubhaftere Weise die Verantwortung auch für meinen Hausrat übernehmen" als sie dies tun würde, wenn ICH sie als Versicherungsnehmerin als Untermieterin angegeben hätte. Der Haken bei der Sache, was dann erst ein erneutes Telefonat mit meinem Versicherungsmakler ergab, ist der, daß die Voraussetzung dafür darin bestünde, daß CS sich polizeilich in Berlin auf meine Adresse anmeldet. Jesus Maria, dachte ich, das wäre dann wohl doch ein bißchen zuviel verlangt und schrieb ihr unter dem Motto "no risk no fun" (diesmal O-Ton meines Versicherungsmaklers...) in einer Mail, daß wir uns in Anbetracht dieses ganzen Theaters vielleicht doch eher in Vertrauen üben sollten. Aber sie war dann ganz reizend und meinte, daß Peru nun ansich schon genug Risiko in sich berge und sie sich gerne in Berlin melden würde, wenn das hilft. Und seitdem telefoniert SIE mit meinem Versicherungsmakler, der sich nun auch noch gerne zum Kaffee mit ihr treffen möchte. Die Arme...
Hier fiel die Entscheidung übrigens auf das Interrisk XXL-Paket.
Auslandskrankenversicherung
Ohne gehts auf gar keinen Fall. Sogar für Nicht-Versicherungsneurotiker. Und man kennt ja das Prozedere mit den Überweisungsträgern, die nach Einzahlung von läppischen € 6,50 als Versicherungsnachweis gelten. Tja, aber so einfach konnte es natürlich in meinem Fall nicht sein. Denn wenn man sich länger als 42 Tage am Stück im Ausland aufhält, werden die Würfel neu gemischt und bewegt man sich in elaborierteren Gefilden. Da braucht man dann eine Langzeit-Auslandsreiseversicherung und folgende Erwägungen spielen eine Rolle:
- Fliegen die einen erst zurück, wenn man bereits tot ist (dann aber 1st class), oder auch schon vorher?
- Fliegen die einen nur bei einem medizinischen Notfallszenario zurück, oder auch, wenn ein KH-Aufenthalt länger als 14 Tage andauern würde?
- Gültig bei Geschäfts- u./o. Privatreisen? (Und was ist meine Reise dann für eine? Rückfrage ergab, daß ich bei unentgeltlicher Tätigkeit auf jeden Fall versichert bin. Keine Ahnung, ob nun privat oder geschäftlich.)
- Wird bei stationärem Aufenthalt in Vorleistung getreten?
- Besteht Nachhaftung bis zur Wiederherstellung der Transportfähigkeit? (Sonst liegt man da im Zweifel 3 Monate im Krankenhaus und der Versicherungsschutz, der auf eine bestimmte Anzahl an Tagen festgelegt ist, läuft zwischenzeitlich aus.)
- Kann man die Versicherung bei Änderung der Reisepläne verlängern?
- Besteht Selbstbeteiligung?
Die teuersten Versicherungen sind nicht unbedingt die besten. Für 5 Monate hätte die AXA € 127 €, die Victoria € 173, der ADAC € 204 gekostet.
Die günstigsten und von der Stiftung Warentest (jaaaaaaaaaa, ich habe wirklich ALLE Register gezogen:) am besten bewerteten Versicherungen sind die vom Deutschen Ring angebotene (Note 1,0; Selbstbeteiligung pro Schadensfall € 20; Prämie € 128) und die der Central (Note, 1,3; keine Selbstbeteiligung; Prämie € 122).
Bei mir isses die Central geworden, weil ich das mit der Selbstbeteiligung blöd fand. Hugh.
"normale" Krankenversicherung
Was machen mit der normalen Krankenversicherung? Freiwillig weiterversichern oder ruhen lassen? Wenn man dann wieder da ist, ist die Krankenkasse gesetzlich verpflichtet, die Versicherung wieder aufleben zu lassen. Diesbezüglich bestünde also keine Gefahr und diese Option hat mir auch mein Berater ans Herz gelegt. Was aber nun, so meine Frage, wenn ich mir dort ein Bein abreiße, die Auslandsversicherung bis zur Wiederherstellung meiner Transportfähigkeit haftet und ich dann in derart derangiertem Zustand auf dem Münchner Flugfeld aufsetze? Helft ihr mir dann?? Öh, nein, also da haben Sie recht. Da haften wir natürlich nicht, denn dieser Unfall wäre ja dann geschehen, BEVOR wir nach ihrer Rückkehr die Versicherung wieder aufleben haben lassen.
Tja, und weil ich selber aufgrund einiger "Zipperlein" in rege beständigem Kontakt mit einigen Vertretern der deutschen Ärzteschaft stehe, weiß ich, was verläßlicher Versicherungsschutz wert ist, gehe in diesem Fall kein Risiko ein und zahle freiwillig weiter, in meinem Fall ca. 135 € im Monat.
Mittwoch, 6. Februar 2008
Versicherungen
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