Soderla. Wieder zurück, eingelebt, ausgelebt, umgezogen und neuen Job begonnen. Die Situation in der neuen alten Heimat ist nun also wieder halbwegs geregelt. Fehlt nun aber noch der Mann, der ja in good old Peru zurückgeblieben ist. Wie nun weiter verfahren? Nach meiner Rückkehr im Juli letzten Jahres haben wir darüber beraten, wie wir am besten wieder zueinander finden können. Die Wahl viel (das klingt jetzt vielleicht pragmatischer, als es war) aufs Heiraten. Ein Besuchervisum wäre ein riesiger Aufwand gewesen und die Chancen, ein solches zu bekommen, minimal. Und hätten wir dann während seines Besuchs beschlossen, zu heiraten, hätte er erst wieder ausreisen müssen (sonst hätten wir uns des Viusmsbetrugs verdächtig gemacht), und wir hätten anschließend ein Heiratsvisum beantragen müssen. Da wir uns ziemlich sicher waren, daß schlußendlich doch alles auf eine Heirat hinauslaufen würde, haben wir also beschlossen, uns unnötige Warte- und Beantragungszeiten (und auch Kosten) zu sparen, und gleich das Heiratsvisum in Angriff zu nehmen. Und damit sind wir nun sage und schreibe seit einem halben Jahr zugange. Bis AA in Peru die nötigen Unterlagen wie Geburtsurkunde, Wohnsitzbescheinigung, Ledigkeitsbescheinigung und Beitrittserklärung beisammen, beglaubigt und legalisiert hatte, vergingen bereits einige Wochen. In dieser Zeit hat er dann auch schon den vorgeschriebenen Deutschkurs im Goethe-Institut absolviert. Die Unterlagen habe ich dann auf dem hiesigen Standesamt eingereicht, welches die Papiere ans Oberlandesgericht weitergereicht hat. Dieses hat ihn wiederum 2 Wochen später vom Ehefähigkeitszeugnis freigestellt. Daraufhin konnte er einen Haufen weiterer Unterlagen (inkl. einer Interpolbescheinigung, daß er kein international gesuchter Krimineller ist, sowie ein Zahngutachten für den Fall, daß er hier um die Ecke gebracht wird) bei der deutschen Botschaft in Lima einreichen. Diese wiederum hat sich dann mit der hiesigen Ausländerbehörde in Verbindung gesetzt, von der ich diese Woche den Bescheid bekommen habe, daß das Visum zum Zwecke der Hochzeit genehmigt wurde:::))))!!!!
AA kann also Ende Februar nach Deutschland einreisen und dann haben wir 2 Monate Zeit, um zu heiraten. Und das werden wir dann auch tun! Und dann beginnt mit Sicherheit eine ziemlich spannende Zeit, für uns beide...
Sonntag, 25. Januar 2009
A sudden engagement
Mittwoch, 7. Januar 2009
Jobsuche
Nachdem ich mich nach meiner Rückkehr ungefähr einen Monat wieder sortiert und eingetacktet hatte, konnte es also losgehen mit dem Bewerbungs-
marathon. Methodisch wie ich bin, hab ich mich also erstmal in jede erdenkliche Jobbörse eingeschrieben, ein Stellenblatt für Geisteswissenschaftler abonniert ("Arbeitsmarkt" vom Wissenschaftsladen Bonn, wers noch nicht kennt) und an meinen Bewerbungsunterlagen gebastelt. Da kann man sich schon einige Zeit mit beschäftigen, bevor es so richtig ans Rausschicken geht...
Nicht, daß ich mir nun wirklich ernsthafte Sorgen gemacht hätte, nirgendwo unterzukommen. Aber so ein bißchen verunsichert war ich natürlich auch, zumal die Lage ja nun allgemein und im besonderen bei uns Feingeistern nicht gerade als blühend bezeichnet werden kann. Außerdem konnte ich natürlich noch nicht so recht einschätzen, wie eventuelle zukünftige Arbeitgeber auf meinen Ausbruch aus dem Berufsleben reagieren würden...
Umso erfreuter war ich, auf beinahe alle meine Bewerbungen hin zu einem Gespräch eingeladen worden zu sein - ok, zugegebenermaßen waren das auch nur knapp eine Handvoll:) Und meine Auszeit in Peru spielte in den Gesprächen entweder gar keine Rolle oder wurde mit Interesse wahrgenommen.
Aber je konkreter die Lage, desto drängender die Frage: Was ist mir wichtig im Leben??? Will ich in der Stadt wohnen bleiben, die mir so sehr ans Herz gewachsen ist, in der alle meine Freunde wohnen, die Kultur blüht und das Leben noch bezahlbar sind?? Und dafür aber im Zweifel einen Job annehmen, der mir vielleicht nicht so ganz entspricht? Oder den Fokus auf einen tollen und erfüllenden Job legen, dafür aber Abstriche im Privatleben machen? Nun, schließlich verbringt man ja nicht gerade wenig Zeit am Arbeitsplatz...
So ging das Kopfkarussell hin und her und hin und her und im Kreis herum und die Entscheidungsfindung viel sehr, sehr schwer.
Schlußendlich habe ich mich dann für den tollen Job entschieden. Mit netten Kollegen in einem schönen Arbeitsumfeld und wunderbaren Produkten, die ich in die große weite Welt verkaufe. Berlin vermisse ich trotzdem schmerzlich, aber wer nicht wagt, der eben auch nicht gewinnt. Und wer weiß, wofür es gut ist und wohin mich dieser nun eingeschlagene Weg irgendwann führen wird:)