Mittwoch, 30. Juli 2008

Llevame a tu país!

Sei es das Mädel aus dem Internetcafé, der Typ von der Busgesellschaft oder der mehrfache Familienvater, von allen Seiten erschallte irgendwann im Gespräch der Ruf "Llevame a tu país" in meine Richtung. Würd ich ja gern machen, aber so leicht, wie ihr Euch das vorstellt, isses nu auch wieder nich. Ick bin doch leider nich die deutsche Agentur für Arbeit und selber erstmal arbeitslos, wenn ich wieder heimkomme...
Und sooooo toll ist Deutschland, abgesehen von der Sozialhilfe und dem Arbeitslosengeld, den schön angemalten Häusern und asphaltierten Strassen mit den vielen neuen Flitzern darauf, den wohlgenährten und krankenversicherten Menschen in löcherfreien Kleidern, dem leckeren Trinkwasser und vielen Waschmaschinen nun auch wieder nicht....

Do I look like a teacher?

Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wieviele wildfremde Menschen sich in Diskos, Taxis und schlichtweg auf der Straße an mich herangepirscht haben und mich dazu bewegen wollten, ihnen Englisch-Unterricht zu geben. Viele Peruaner besuchen zwar Englisch-Kurse am ICPNA (Instituto Cultural Norteamericano), in den meisten Fällen ist dies allerdings herausgeworfenes Geld, da die Lehrer augenscheinlich des Englischen selber nur schwerlich mächtig sind und die Schüler keine Möglichkeit haben, die erlernte Theorie anschließend praktisch anzuwenden. Leider beläuft sich der peruanische Studenlohn für diplomierte Lehrer allerdings lediglich auf die schlappe Summe von 3 Soles, sprich 0,75 Cent, und selbst obwohl ich aus Deutschland kümmerliche Bezahlung gewöhnt bin, wär dit denn doch wirklich ein bißchen zu karge, so vom Feeling her. Allerdings - never say never und schön zu wissen, für Zeiten schlimmster Not diese Möglichkeit in der Hinterhand zu haben:)

Mittwoch, 23. Juli 2008

Preise

Außer im Supermarkt gibts in Peru eigentlich nirgendwo so richtig feste Preise. Die kleine Flasche Wasser, die normalerweise für einen Sol zu haben ist, kann in Anbetracht weißer Haut in der kleinen Tienda nebenan schon gerne auf einmal 1,50 kosten und der Preis für ein Tetrapack Milch von 2,30 auf 3,50 Soles in die Höhe schnellen, nachdem die Verkäuferin Dich blitzschnell von tip to toe einem Liquiditätsscan unterzogen hat. Nicht selten habe ich dann erzürnt den Laden verlassen, woraufhin mir die Ware ganz aufgeregt zum halben Preis nachgetragen wurde. Für Menschen vom Typus "Ich liebe Flohmärkte, weil man da so wunderbar um jeden Scheiß feilschen kann" oder "Handeln macht mir ja sooo unendlich viel Spaß" mag dies ein paradiesischer und vor allem preiswerter Umstand sein, für alle anderen - wie mich -, für die jegliche Art von Feilscherei ein Gräuel darstellt, ist es die Hölle. Und macht wütend, weil man sich ungerecht behandelt fühlt und ständig das Gefühl hat, zuviel bezahlt zu haben, zumal wenn man sich mit den örtlichen Preisstrukturen noch nicht auskennt bzw. einem sowieso alles erstmal total billig vorkommt.
Allerdings bin ich mir noch nicht so ganz sicher, was mir denn nun lieber ist: Deutschlands im Vergleich irrsinnig hohe Preise, an denen nicht zu rütteln ist, die allerdings für alle gleich verbindlich sind, oder die peruanischen, ungerechten, aber immer noch wesentlich günstigeren Preise mit erheblichem Spielraum nach unten bei plötzlich und mutig entflammter Handlungswut...

Dienstag, 22. Juli 2008

Felicidades ganadores!!


Mis amigos de Lima/Santiago han ganado el concurso en Santiago para lo que han trabajado DURO DURO DURO.
Felicidades!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Racismo

So einige Peruaner sind ziemlich rassistisch. Interessanterweise gilt dieser Rassismus allerdings nicht "uns" Ausländern, sondern vielmehr den eigenen Landsleuten. Da gibt es einen ganz schönen Dünkel derer aus der Selva gegenüber denen aus der Sierra, jener wiederum gegenüber denen von der Costa und vice versa und querbeet und die Limenos halten sich sowieso für die tollsten und lassen das auch alle merken. Kann man ja auch in Vargas Llosas "Die Stadt und die Hunde" eindrücklich nachlesen. Die verschiedenen Hauttypen spielen dabei natürlich eine wichtige Rolle, und auch anhand der Physiognomie kann man die Herkunft mehr oder minder genau erkennen. Eher minder, würde ich sagen, aber die Schnösel aus Lima konnte ich dann irgendwann auch aus 50 Metern Entfernung identifizieren. Bis ich meine nette Studentengruppe kennengelernt und meine Meinung wieder ein bißchen revidiert habe...
Nun - aber worin äußert sich dieser Rassismus zum Beispiel? Als ich mit AA in Lima ein Hostal reservieren und er unsere Reservierung am Telefon mit seinem Namen bestätigen wollte, hieß es auf einmal:

Äh, Moment - sind Sie etwa Peruaner?
Ja, bin ich, ist das ein Problem?
Ähh, jaaa, also wir nehmen keine Peruaner als Gäste auf.
Ach ja, und warum nicht?
Naja, schließlich sind wir ja hier in Miraflores....

Miraflores ist einer der schicksten Bezirke Limas und da würden einheimische Gäste das öffentliche Bild offenbar schädigen.
Auch als ich in dem netten Hostal in Arequipa untergebracht war, ließ der mir zugetane junge Dueno verlauten, er wolle auf keinen Fall peruanische Gäste in seinem Hotel haben. Darauf hab ich natürlich ziemlich irritiert reagiert und ihm von AA und der Sache mit dem Hotel in M. erzählt. Woraufhin er meinte, er hätte es ja versucht, aber die Peruaner würden immer alles kaputt und im Chaos hinterlassen und hätten auch schon andere Gäste seines Hauses ausgeraubt. Und mit "uns" Europäern gäbe es solche Probleme einfach nicht. Tja, was soll man darauf dann sagen?
Was ich nicht am eigenen Leib erfahren habe, worüber ich allerdings gelesen und wovon mir erzählt wurde, ist, daß es in Lima Diskos und Strände gibt, zu denen dunkelhäutigere Peruaner schlicht und ergreifend keinen Zugang haben. Die sind reserviert für die weißhäutigen Abkömmlinge des Kolonialismus, um es mal böse auszudrücken.
Dieser peruanische Rassismus wurde mir von allen Freunden und Bekannten bestätigt, stimmt traurig und ist dem Wachstum des Landes nicht gerade förderlich.

Mittwoch, 16. Juli 2008

Öffentlicher Nahverkehr

Öffentlichen Nahverkehr gibts in Peru nicht. Jeglicher Transport ist in Händen von Privatunternehmern, die sich einen harten Wettbewerb liefern. Ständig kommen einem überall Kombis entgegen, die man mit einem kurzen Wink jederzeit und überall anhalten kann, sowohl zum Ein- als auch zum Aussteigen. Und wenn man noch flexibler unterwegs sein möchte (denn die Kombis haben ja, wie Busse, durchaus feste Routen), so fährt man mit dem Taxi. Und das kostet herrlicherweise so gut wie nix. Eine Fahrt von mehr als 20 Minuten von einem Ende der Stadt zum anderen kommt allerhöchstens auf 15 Soles, nicht mal 4 Euro. Und für kürzere Strecken, die in Deutschland nicht unter 8 Euro zu haben wären, drückt man dem Taxifahrer 3-4 Soles, also max. einen Euro in die Hand. Taxameter gibts nicht und die Fahrpreise werden vorab abgesprochen. Bei einer Gelegenheit haben AA und ich auf der Strasse gleichzeit ig mit 4 verschiedenen Taxis um den Preis gefeilscht.
Neben den Taxis gibt es als weitere Alternative noch die Collectivos. Die sehen aus wie Taxis, haben allerdings Nummern und fahren den lieben langen Tag dieselben Strecken ab. Allerdings transportieren diese mehrere Passagiere gleichzeitig und können auch per Handwink jederorts angehalten werden. Der Fahrpreis betraegt höchstens 1 Sol, also 25 Cent. Das wird mir einige Umstellung abverlangen, bei Bedarf nicht mehr einfach die Hand auszustrecken, sondern nun bald für eine Kurzstrecke mit der BVG mehr zu bezahlen als für eine ausgedehnte Taxifahrt...

EC-Karte

Schlau wie ich bin, hab ich in Cuzco meine EC-Karte im Geldautomaten stecken lassen und dies dann auch erst 5 Stunden spaeter gemerkt. Dort isses nämlich leider nicht so, dass Dir nicht erst nach Herausziehung der Karte Dein Geld ausgehändigt wird, sondern Du, nachdem das Geld entnommen wurde, gefragt wirst, ob Du mit derselben Karte weitere Transaktionen durchführen möchtest. Dann kannst Du entweder JA oder NEIN eintippen und im Zweifel weitertransferieren oder ähnliches. Ich bin allerdings gedankenverloren noch vor diesem Schritt aus dem Kabäuschen raus und hab die Karte vergessen. Mein Nachfolger hätte also leicht an meiner statt JA eingeben koennen und sich mittels meiner Karte ein paar Urlaubsextras finanzieren können. Ich hatte allerdings Glück im Unglück, denn obwohl der Automat meine Karte nicht eingezogen hat (wie man mir abends in der Bank bestätigte), wurde kein Geld mit ihr abgehoben. Als ich die Karte allerdings dennoch sicherheitshalber sperren lassen wollte, war mir dies mit den mannigfachen Sperrtelefonnummern, die ich IMMER mit mir rumschleppe, aus dem Ausland nicht möglich. Das sind nämlich spezielle Gratisnummern, die aus internationalen Callcentern heraus nicht funktionieren. Also eine intelligente Meisterleistung des deutschen Bankenwesens!!! Nach einigem Rumtelefonieren hat mir dann die VISA-Notrufzentrale eine EC-Festnetznummer in Deutschland durchgeben können, wo ich zu deutscher Zeit um 2 Uhr morgens unglaublicherweise tatsächlich jemanden erreicht habe. Falls es Euch hilft: 069 - 740987. Und bereits 5 Minuten später hat man Dir dann auch gleich die Sperrgebühr von 5 Euro vom Konto abgebucht...

Llamada, llamada...

Da sich in Peru nicht jeder ein Handy leisten kann (...), stehen an vielen Strassenecken mit gruenen Schuerzen bekleidete Damen herum und bieten im 5-Sekundentakt laut vor sich herrufend "Llamada, llamada..." an. Das heisst, wenn Du also einen Anruf taetigen musst, so gehst Du zu einer von ihnen und teilst ihr die anzurufende Nummer mit. Diese wird dann von ihr in ein Handy eingetippt, welches Dir, sobald sich am anderen Ende jemand meldet, in die Hand gedrueckt wird. Die vertelefonierte und zu bezahlende Zeit wird entweder per Stoppuhr oder mit der Handyfunktion "Anrufdauer" bestimmt.

Arzt- und Apothekenbesuch

In Peru geht man kaum zum Arzt, weil sich das kein Mensch leisten kann. Daher herrscht in den meisten Apotheken (v.a. bei Inka-Pharma...) immer ziemlicher Hochbetrieb. An dem einen Counter stehen dann ein paar mehr oder minder ausgebildete Pharmazeuten, die sich die Klagen der Leute anhoeren, Ausschlaege betrachten und geschaeftig in die Tasten hauen. Die Anzahl der verschriebenen Tabletten ist dann gerne geldbeutelabhaengig und es werden selten ganze Blister oder Verpackungen, sondern nur einzelne Pillen aufgeschrieben, die dann entsprechend ausgeschniten werden. So kommt es vor, dass man, wie in meinem Fall, bei Halsschmerzen mit drei Tabletten Antibiotika nach Hause geschickt wird. Und von einem Beipackzettel kann man nur traeumen...
Mit dem entsprechenden Rezept und der Anwendungsbeschreibung geht man dann zur Kasse und mit der Zahlungsbestaetigung zum Ausgabeschalter. Auf diese Art und Weise werden dann auch gleich dreimal mehr Arbeitsplaetze als noetig geschaffen:)

Freitag, 11. Juli 2008

Sightseeing in Santiago

Heute ein bisschen alleine in Santiago rumgeschlendert und mich der eisigen Temperaturen (hier isses Winter, die heutige Hoechsttemperatur betrug 8 Grad) wegen bisweilen in dem einen oder anderen Museum aufgewaermt.

Hier some impressions:




Im Museo de la Fundación Salvador Allende hab ich eine besonders beeindruckende und beklemmende Ausstellung (jujuuuuuuuuu, meine erste Ausstellung nach 5 Monaten kulturellen Exklavendaseins!!!!!) gesehen. Der Kuenstler Gustavo Germano hat Fotografien aus der Zeit vor der chilenischen Militaerdiktatur nachgestellt, mit denselben Personen und an denselben Orten. Der einzige Unterschied besteht allerdings darin, dass auf jedem Foto eine oder mehrere Personen fehlen, naemlich jene, die unter der Militaerjunta desaparecían, also verschwunden sind. Die Ausstellung traegt den Titel ausencias.












Zum Mittagessen gabs dann den besten Hotdog, den ich je in meinem Leben gegessen habe. A la americana und mit allem, inklusive Avokadosauce:


Das einzig interessante im Museo Histórico Nacional war diese halbe Brille Salvador Allendes, zerstoert bei seinem vermeintlichen Selbstmord 1973. Ansonsten gab das Museum nicht viel her ausser einer erschlagenden Vielzahl von Gemaelden gewichtiger und weniger gewichtiger Personen bzw. Maenner der vergangenen 500 Jahre. Ach ja, und einige Waffen und alte Schreibmaschinen gabs auch zu sehen. Und eine Kutsche.


Und in der Kathedrale hat dieser schoene Erzengel Michael sein Zuhause:

Donnerstag, 10. Juli 2008

Santiago

gefaellt mir guuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuut! Schoene Gebaeude und sehr liebenswerte und hilfsbereits Leute gibts hier. Klein bisschen erinnerts mich an Berlin, aber vielleicht hab ich mittlerweile auch eine ein wenig verzerrte Wahrnehmung der Dinge...
Mein Hostal ist nett und die meiste Zeit verbringe ich weiterhin mit meiner reizenden limensischen Studentengruppe.

La Moneda, der Sitz des chilenischen Praesidenten:



Fiorella und Susan:

Ich und Salvador:


La Moneda von der anderen Seite und gemeinsam mit Fiorella, Hugo und Oscar:





Neptun-Brunnen auf dem Cerro Santa Lucia:


Vom Mirador auf dem Cerro Santa Lucia aus gesehen siehts in Santiago so ein ein bisschen aus wie im Berliner Osten:




Icke mit Miguel Angel:


Auf dem Weg gen Sueden

haben wir uns ueber weite Strecken gefuehlt wie auf einer Tour ueber den Mond. Nichts, nichts und wieder nichts war da zu sehen. Nur Wueste. Und da uns ueber Stunden hinweg auch kein Fahrzeug entgegenkam, erwachte der Gedanke, Chile sei vielleicht in den letzten Stunden in einen Atomkrieg verwickelt gewesen, von dem wir nichts mitbekommen haben. Dem war ja aber bekanntlich nicht so und irgendwann bekamen wir dann wenigstens mal das Meer zu Gesicht:







Hier das heimelige Restaurant an der Wegstrecke, in dem uns unser 2. Gratismittagessen serviert wurde,


und wo ein auf seine Privatsphaere wertlegender Jefe das Sagen hat:

Mittwoch, 9. Juli 2008

Tacna mit Ormeño

Am Samstag Abend ging dann mein Bus nach Santiago, die letzte Phase meiner Reise stand bevor. Und der Abschied von Peru barg nochmal zo ziemlich alles in sich, was man an Reisedramatik erwarten kann und was ich hier ja schon so gewoehnt bin.
Die erste Etappe der Reise fuehrte mich in der Nacht von Samstag auf Sonntag in einem Bus mit gefrierschrankaehnlichen Temperaturen in Richtung chilenische Grenze. Dank der geliehenen Decke eines Mitreisenden hab ich die Fahrt dann aber doch ganz gut ueberstanden. Um halb 5 kamen wir dann im Grenzort Tacna an, von wo angeblich um 6 Uhr morgens der Bus nach Santiago abfahren sollte. Als ich, am Terminal angekommen, den Buschauffeur allerdings mit diesem Umstand konfrontierte, wusste er nicht so recht, was er mit mir anstellen sollte. Also hat er mich erstmal mitgenommen zum Parkplatz der Busgesellschaft, wo wir beide noch eine Runde im Bus weitergepennt haben. Als der Zeiger dann allerdings naeher an die 6 Uhr rueckte, hab ich ihn nochmal gebeten, nach meinem Anschlussbus Ausschau zu halten. Ich solle mir keine Sorgen machen, man wuerde mir dann Bescheid geben. Zwei Stunden spaeter wurde mir das ganze allerdings zu dumm und wollte ich gerne einen Verantwortlichen sprechen. Ein solcher wurde dann in dem ansonsten menschenleeren und kargen Gebaeude auch irgendwann aufgetrieben und dieser infomierte mich dann halbscharig darueber, dass der aus Lima kommende Bus nach Santiago angefahren worden sei und der Fahrer derzeit auf der Polizeistation sitze und nicht zu erreichen sei. Der Unfall sei so vier Stunden vor Tacna passiert. Also so gegen Mittag wuerde er dann bestimmt hier ankommen und dann wuerde es weitergehen.
Eine weitere Mitreisende war die ganze Zeit netterweise an meiner Seite geblieben, da sie mich nicht mutterseelenalleine in der von den wenigen putzenden Maennern bevoelkerten Wartehalle zuruecklassen wollte. Mit ihr bin ich dann zur Zeitueberbrueckung zum Fruehstuecken auf einen Secondhand-Kleidermarkt gegangen, wo meines Erachtens aus Ersteweltlaendern als Spende abgegebene Kleider verhoekert werden.
So gegen 10 sind wir dann wieder zurueck und nun war wirklich NIEMAND ausser dem Reinigungspersonal mehr in dieser Busgesellschaft zugegen und wir wurde die ganze Sache immer spanischer und ein bisschen stieg die Verzweiflung in mir hoch. Nach wiederum vielem hin und her und zwischendurch ein paar Traenen rang man sich dann doch durch, mal wieder einen Verantwortlichen zu suchen und mit mir zu sprechen. Dieser teilte mir nun mit, dass sich die Wartespanne auf den Bus um weitere Stunden verlaengert habe. Trotzdem koenne man ja nichts dafuer (der Bus sei schliesslich angefahren worden und hat nicht selber angefahren...) und deshalb muesse man sich auch nicht bei mir entschuldigen, geschweige denn mir vielleicht mal einen Kaffee schenken.
Wiederum einige Stunden spaeter, auch meine nette Betgleiterin hatte sich zwischenzeitlich doch mal wieder um ihre eigenen Sachen kuemmern muessen, kam dann endlich der halbwegs zerstoerte Bus mit einer ziemlich geschlauchten Reisegesellschaft an.
Da allerdings kein Ausweichbus zur Verfuegung stand, hatte sich die Firma zwischenzeitlich doch dazu entschlossen, uns allen ein Mittagessen zu spendieren, und so wurden wir auf den Hof eines nur schwerlich als Restaurant zu bezeichnenden Etablissements gekarrt. Zu meinem grossen Glueck befand sich unter den angekommenen Reisenden eine Gruppe Studenten aus Lima, die mich vom ersten Moment an adoptierten und mit denen die Warterei zu einem wahren Fest wurde. Dies konnte allerdings trotzdem nicht darueber hinwegtaeuschen, dass sich die Dauer der Warterei irgendwann auf 12 Stunden belief und die Busgesellschaft (hatte ich schon erwaehnt, dass es sich dabei um Ormeño handelt?) uns keinerlei Auskunft ueber den Stand der Dinge gab. Dies ging dann irgendwann soweit, dass wir beschlossen, die Polizei in die ganze Angelegenheit miteinzubeziehen. Nach insgesamt 14 Stunden kam es dann zu einer Art Dialog, in der uns mitgeteilt wurde, dass der zuvor angeschrottete Bus mittlerweile repariert sei und wir in ca. einer Stunde weiterziehen koennten. Und als Wiedergutmachung wuerde man uns auch am kommenden Tag ein Mittagessen spendieren....
In diesem kaputten Bus sollten wir also wieder weiterziehen? Als Wiedergutmachung EIN beschissenes Mittagessen bekommen? Na gut, ok - mittlerweile war uns dann wirklich alles egal und um 21:00 konnten wir tatsaechlich erneut das zusammengeklebte Wrack besteigen und die 33stuendige Reise gen Sueden antreten.

Plaza de Armas in Tacna, wohin wir zwischenzeitlich zum Geldwechseln gefahren sind:




die Wartestaette:






Warten schweisst zusammen:


Casa del Moral

Eine 1730 erbaute Koloialvilla, heute im Besitz der Banco de Credito. Naja, eine von den Villen sollte man sich mal angesehen haben und damit war dann auch schon das Ende meines Arequipa-Aufenthaltes eingelaeutet.