Sonntag, 28. Dezember 2008

Agentur für Arbeit

Mittlerweile ist ja nun doch so einige Zeit ins Land gezogen und vieles hat sich in den vergangenen Monaten getan. Bevor ich diesen Blog aber tatsächlich abschließe, möchte ich noch einige Erlebnisse nachtragen, die sich in den letzten Wochen ereignet haben.
Da war zum einen meine Meldung auf dem Arbeitsamt, welche alptraumhafte Züge trug...

Sowieso schon ziemlich eingeschüchtert (man meldet sich ja schließlich nicht täglich arbeitslos) erschien ich also einige Wochen nach meiner Rückkehr in der Agentur für Arbeit, um mich einzureihen in die lange Liste von Deutschlands verborgenem Schatz an ungenutztem Arbeitspotential.

Im folgenden zitiere ich aus dem Beschwerdebrief, den ich zwei Tage nach diesem denkwürdigen Besuch aufgesetzt habe:

Als ich das Zimmer der für mich zuständigen Dame betrat, die sich mir nicht namentlich vorstellte, merkte ich sogleich, daß sehr schlechte Stimmung herrschte, noch bevor ich überhaupt irgendeinen Ton vorgebracht hatte. (...) Ich reichte ihr vorsichtig meine Unterlagen und verhielt mich auch im weiteren still und zurückhaltend. Dann bemerkte ich allerdings (die Dame geriet immer mehr in Wut hinter ihrem Computer, da dieser nicht so wollte wie sie), daß mir ein Fehler beim Ausfüllen meiner Formulare unterlaufen zu sein schien. Als ich die Dame auf diesen hinweisen wollte, wurde ich mit schroffen Worten angewiesen, still zu sein. Ich wollte dennoch vermeiden, daß falsche Angaben in den Computer eingegeben würden und trat um den Schreibtisch herum, um auf die Zeile hinzuweisen, in der mir der vermeintliche Fehler unterlaufen war. Dieser Tatbestand hatte nun zur Folge, daß ich sogleich auf eine Weise angeschrien wurde, wie sie mir im Laufe meines gesamten Lebens noch nicht widerfahren ist:

Ich solle mich sofort wieder auf meinen Platz setzen, das sei ja wohl unglaublich, was ich mir einbilden würde, ich wisse ja gar nicht, was hier alles so passiere und was mir eigentlich einfalle, mich von meinem Platz wegzubewegen in Richtung ihres Schreibtisches etc.

Als ich darauf völlig entsetzt meinte, es täte mir leid, ich wolle ihr ja wirklich nichts Böses, ging es in folgendem Tenor weiter:

Es sei ja sowieso ganz unglaublich, daß die Angestellten des Amtes gezwungen seien, sich alleine mit den Kunden in einem Raum aufhalten zu müssen und was da alles passieren könne etc.

Mein Nervenkostüm wurde angesichts des Geschreis immer dünner, ich war mir wahrlich keiner Schuld bewußt und fühlte mich in die Rolle einer gefährlichen, wenn nicht sogar ihr Leben bedrohenden Kriminellen gedrängt. Unter Tränen rutschte mir dann der Satz "Sagen Sie mal, sind Sie verrückt geworden?" heraus (ich weiß, in dieser Situation keine besonders kluge Aussage, aber meinem Gefühlszustand entsprechend), was eine erneute Attacke folgenden Wortlautes zur Folge hatte:

VERRÜCKT geworden, was meinen Sie eigentlich, soll ich Sie anzeigen oder was?? Das ist ja wirklich unglaublich, was man sich hier alles bieten lassen muß etc.


Bis dato hatte ich wirklich geglaubt, solche Szenen könnten nur von äußerst fantasiebegabten Drehbuchautoren erfunden werden, in deren Folge der derart beschimpfte Arbeitslose schließlich tatsächlich durchdreht und dann die ganze Belegschaft abknallt. Vielleicht hat auch die mir zugeteilte Dame zuviele Krimis dieser Machart gesehen, im schlimmsten Fall ist sie tatsächlich schon von verzweifelten "Kunden" bedroht worden. Das täte mir sehr leid, aber dann erwarte ich, daß derart traumatisierte Angestellte in den Innendienst versetzt, therapiert und von "uns" ferngehalten werden.
Oder lag es vielleicht doch an mir? Denn ich scheine irgendetwas an der ganzen Sache doch irgendwie falsch verstanden zu haben, wie mir wiederum einige Wochen später per Brief vom zuständigen Teamleiter mitgeteilt wurde. Einige unglückliche Umstände seien da wohl zusammen gekommen (...???????????????????). Nun ja, wenigstens hat er sich entschuldigt, mehr kann man wohl nicht erwarten.
Meinerseits sei an dieser Stelle bereits jenen mein Mitgefühl ausgesprochen, die zukünftig in die Fänge dieser Rachegöttin geraten werden...

Sonntag, 7. September 2008

1A-Umzüge keineswegs so 1A....

Am nächsten Tag bis um zweie war dann das Nötigste geputzt und konnten meine 28 eingelagerten Karton wiederkommen.
Es kam dann auch, aber anders....
Nachdem ich den Möbelschleppern zur vereinbarten Stunde mittels Türsummer Eintritt verschafft hatte, wartete ich für mein Gefühl verhältnismäßig lange, bis ich endlich jemanden auf dem unteren Treppenabsatz hörte. Wild schnaufend und das verdammte Gewicht verfluchend.

Hmmmmmmmmm, komisch, dachte ich so bei mir, so Möbelpacker sind doch eigentlich andere Kaliber als meine mickrigen Umzugskartons gewöhnt.

Als dann kurze Zeit und einiges Gewuchte später auch noch der Ruf nach einem Tragegurt an mein Ohr drang, hielt ich die Zeit für gekommen, doch mal eben nachzusehen, wie meine Kartons zwischenzeitlich derart an Gewicht zugelegt haben konnten, bzw. mit welchen Hämpflingen ich es hier zu tun hatte. Mittlerweile bereits auf der dritten Treppe angekommen, strahlte mir ein riesengroßer, blendendweißer Kühlschrank entgegen, darüber ein leuchtendroter aufgequollener Kopf, der sich bei mir über das Gewicht dieses Monsters echauffierte.

Aha, ist ja alles schön und gut, ABER: Das ist nicht mein Kühlschrank!!!
Waaaas??? Das kann nicht sein!!!! Der stand auf dem Platz in der Halle, an dem Ihr Name hing!!!

Mir schwante mittlerweile Böses, doch hoffte ich noch, daß es mit dem Zurückbringen des Kühlmonsters in den Lieferwagen getan sein würde und dann mit dem Ausladen meiner Kartons begonnen werden könnte.
Kartons????? In unserem Lieferwagen gibts keine Kartons!! Aber die Küche ist schon von Ihnen, oder????
Ok, langsam wurde es zuviel des Guten. Nein - meine Küche steht eingebaut noch stets an ihrem angestammten Platze und ich will jetzt bitte SOFORT wissen, wo mein gesamtes Hab und Gut abgeblieben ist!!!!

Einiges wildes und vornehmlich türkisches Hin- und Hertelefonieren später stellte sich heraus, daß der Hallenmeister offenbar Scheiße gebaut hatte. Die beiden in meiner Küche stehenden Herren waren extra um sechs Uhr im Lager angetanzt, um die Sachen abzuholen. Und jetzt alles für die Katz. Was nun weiter geschehen würde, konnte mir allerdings auch keiner sagen. Der Chef würde sich dann bald bei mir melden, sagten sie mitleidig, und zogen von dannen. Tat er aber nicht, der Chef. Erst nach mehreren Anrufen meinerseits bequemte man sich, schon leicht genervt (!!!), mir die Auskunft zu erteilen, daß meine Kartons nicht verschwunden seien und noch am selben Abend, so gegen 9, geliefert werden würden.
Und so wurde es neun, dann zehn, dann elf. Da ich nur die Handynummer des mittäglichen Fahreres gespeichert hatte, begann ich diesen nun zuhause zu dieser nächtlichen Stunde mit zaghafter Nachfrage zu belästigen. Dieser wiederum rief dann den Chef an, der dann wiederum mich anrief, um mir mitzuteilen, daß der Laster sich in unmittelbarer Nähe meiner Wohnung befände, nur ein paar Straßen weiter. Auch für ein paar Straßen weiter kann man augenscheinlich eine Ewigkeit brauchen und so fuhr der Laster weit nach Mitternacht vor meiner Türe auf. Mit höchst mürrischen Gesicht entstieg diesem dann ein ruppiger und unsympathischer Kerl, der ohne zu grüßen erstmal die 200 Euro Liefergebühr einforderte. Als ich daraufhin meinte, bei diesem grauenvollen Service nicht mehr bereit zu sein, diese Summe zu bezahlen, stieg er postwendend wieder in den Wagen und weigerte sich, mir mein Eigentum auszuhändigen. Nachdem ich meinte, ich hätte dies bereits seinem Chef mitgeteilt, folgten erneute, mit wütender Stimme geführte türkische Telefonate und endlich wurde die Klappe des Laderaums geöffnet. Allerdings begann der Kerl beim Rausladen eine erneute Diskussion um die Kohle und meinte, er hätte nun kein Benzingeld und überhaupt würde sein Chef ihm alles, was ich nicht zahlen würde, vom Gehalt abziehen. Ich bin manchmal ein bißchen zu naiv, war in der mitternächtlichen Horrorsituation ziemlich eingeschüchtert und wollte einfach nur noch meine Sachen wieder in meinen Besitz bringen. Also hab ich ihm die 190 Euro, die ich in der Tasche hatte, in die Hand gedrückt.

Wenn ihr jetzt aber meinte, daß dies dazu führte, daß man die Kartons nun ENDLICH in meine Wohnung schaffen würde - weit gefehlt!! Die wertvollen Stücke wurden unten im Gang abgeladen und dann tat sich erstmal lange gar nichts. Währenddessen fing mein reizender und hilfsbereiter Nachbar, der zufällig Zeuge des ganzen Szenarios geworden war, nun selber an, meine Sachen hochzuschleppen. Und dafür hab ich jetzt knapp 200 Flocken bezahlt? Es folgte ein erneuter Anruf beim Chef, über dessen Handynummer ich mittlerweile verfügte, der mir versprach, seine Leute ordentlich "zusammenzuscheißen". Am Beifahrer, dem armen Helfershelfer des großen Arschlochs, ist dann schließlich die ganze Arbeit hängengeblieben, der andere hat keinen Finger gerührt. Der Chef, von dem ich eine Rückerstattung der bezahlten Kosten forderte, lachte mich daraufhin aus und meinte, ihm seien ja schließlich doppelte Kosten entstanden.
Kann ich vielleicht was dafür, wenn die Leute mit analphabetischen Hallenmeistern zusammenarbeiten??
Oberdreist hat er mich dann noch eingeladen, in der kommenden Woche zu einem Kaffee in seiner Spedition vorbeizukommen, wobei man dann nochmal über alles reden könne. Und wenn nicht, dann käme er mal bei mir vorbei. Tat er natürlich nicht und damit tat er auch gut.

An dieser Stelle also meine Warnung vor diesem unfähigen, ungehobelten und unangenehmen Unternehmen in der Berliner Seestraße 108.

Freitag, 5. September 2008

Erstmal putzen

Da komme ich also um elf Uhr abends nach 5 Monaten Abwesenheit wieder in meiner Wohnung an und freue mich, in aller Ruhe mein Zeug abstellen, mich ein bißchen zu entspannen und ausgeruht die bereits für den nächsten Tag organisierte Kistenrücklieferung aus dem Lager abwarten zu können. Leider sollte es anders kommen. Denn bereits nach flüchtigem Übersehen der hygienischen Grundsituation war ziemlich klar, daß ich meine Wohnung, bevor ich diese wieder mit meinen Sachen bestücken können würde, einer tiefgehenden Komplettreinigung unterziehen müßte. So eine S***** aber auch! Ich war felsenfest davon ausgegangen, meine Untermieterin diesbezüglich richtig eingeschätzt zu haben und wir hatten ja in meiner Abwesenheit auch ständig netten Kontakt miteinander gehabt. Wieso also war sie ganz offensichtlich nicht mal in der Lage, vor ihrem Auszug wenigstens mal den Staubsauger anzuschmeißen und so zu tun als ob.... Und schließlich - vom netten Kontakt jetzt mal ganz abgesehen - stand es schließlich explizit im Vertrag, daß die Wohnung sauber zu übergeben sei. Ich hab ja vor meiner Abreise auch einige Tage mit Einpacken und Putzen verbracht.

Ok, aber es half ja nix. Also ran an den Putzwedel. Und bis 6 Uhr morgens durchgescheuert. Und am kommenden Tag dann noch einige weitere Stunden, mit stetig steigendem Wutpegel.
Um diesen wieder abzubauen und meiner Enttäuschung Luft zu machen, hab ich mich, sobald der Computer wieder angeschlossen war, natürlich hingesetzt und diese ihr gegenüber in einer Mail deutlich formuliert. Und dann kam die schon zu erwartende Retourkutsche:
Jaaaaaaaa, alsooooooooo, ich gebe ja zu, daß ich das mit dem Saubermachen nicht so richtig ernst genommen habe, ABER: schließlich bist du ja selber daran schuld, denn die Wohnung war bei meinem Einzug auch BEI WEITEM nicht so sauber, wie ich mir das vorgestellt habe.

Dazu kann ich nur drei Dinge sagen:
a) Wer mich kennt, weiß, daß man mich nahezu als putzende Zwangsneurotikerin bezeichnen kann. Wenn ich putze, dann putze ich, und das tut kaum jemand so gründlich wie ich.
b) Wenn ich dann noch für jemand anderen als mich selbst putze, so geschieht dies um so gründlicher.
c) What the f**** ist denn das bitte für eine Ausrede? Wie Du mir, so ich Dir? Sind wir im Kindergarten?? Oder im Alten Testament?

Ok, soviel dazu. Das gleiche Geschiß hatte ich schon, als ich meine Wohnung vor Jahren erstmals untervermietet habe. Mit denselben Ausreden, von denen ich mich damals noch verunsichern habe lassen. Diesmal habe ich die Putzzeit von der Kaution abgezogen. Außerdem die Kohle für meine kaputtgegangenen Sachen, die lieblos in einen Karton gepfeffert worden waren.

Ich weiß, es hätte viel schlimmer kommen können und bis auf diese abschließende "Unpäßlichkeit", die mit einigen Scheuerstunden wieder behoben werden konnte, ist ja alles wirklich gut und reibungslos gelaufen. Trotzdem finde ichs schade und enttäuschend.

Ritmo Romántica


Ich habe meinen favorisierten peruanischen Radiosender im Netz gefunden. Welche Freude!
Relajate y siente:)

Dienstag, 5. August 2008

Heimkehr mit Delta

Wie die meisten von Euch ja bereits wissen, bin ich mittlerweile wieder heimgekehrt in heimatliche Gefilde. Auch die Heimreise gestaltete sich als äußerst interessantes Erlebnis.
Den ersten Teil der Strecke, die ca. 9 Stunden andauernde Strecke von Santiago bis Atlanta, habe ich sitzend neben einem Tierarzt verbracht, welcher sich auf den Flugzeugtransport der teuersten Pferde dieser Welt (und wir reden hier wirklich über RICHTIG teure Vierbeinerchen im Bereich von 500 Millionen Dollar und mehr) spezialisiert hat. Es ist nämlich verboten, Pferde künstlich zu inseminieren (jaja, wir sind ins janz schön ins Detail gegangen bei unserer Unterhaltung...) und deswegen müssen diese in regelmäßigen Abständen von Kentucky in die Emirate und wieder zurück und an einige andere geldhaltige Plätze der Welt verfrachtet werden. Der Herr (der außerdem 7 Kinder von 2 Exfrauen und einer aktuellen Frau hat und nebenher noch eine Geliebte, die jünger ist als ich; und der sich außerdem in seinem besten Mannesalter von knackigen 70 noch ein weiteres Kind wünscht - allerdings noch nicht weiß von wem; von seiner Geliebten zumindest nicht, wie er mir versicherte...), hatte natürlich in Windeseile seinen Laptop gezückt und so konnte ich, seine komplette Fotodatei durchstreifend, mannigfache Arten himmlischer Pferdebeförderungsmethoden bestaunen, Einblick in die teuersten Pferderanches der Welt gewinnen und JEDES einzelne (Ex)Familienmitglied (er pflegt mit allen Damen noch regen Kontakt...) beim Grillen, Saufen und beim Strandurlaub kennenlernen. Zum Abschied hat er mir dann noch eine geschmuggelte Flasche Pisco Sour geschenkt, die mir die blöden Amis bei der Einreise (!) allerdings gleich wieder abgenommen haben.



Auf dem Flughafen in Atlanta gings dann gleich spannend weiter, als ich in der Einreiseschlange fürs Fingerabdrucknehmen und Fotomachen an einer indischen Familie, die sich vorher an mir vorbeigeschlängelt hatte und die sich jetzt mit einem uniformierten Grenzbeamten unterhielt, im Sinne ausgleichender Gerechtigkeit und weils ja eigentlich wurscht ist, ebenso vorbeizog. So angeschissen wurde ich selten von einer mir fremden Person (und aus derart nichtigem Grund), wie von diesem gehirngewaschenen und sich offenbar lediglich über die Macht der Uniform definierenden und sich bei diesem Gefühl wahrscheinlich allabendlich einen runterholenden Mr. America. Was ich mir eigentlich einbilden würde, so einfach an den Leuten hier vorbeizulaufen und überhaupt und wenn ich noch einen falschen Ton von mir geben würde (ich hab natürlich fälschlicherweise erstmal versucht, mich ein bißchen zu verteidigen...), dann würde er dafür sorgen, daß ich mich wieder ganz hinten anzustellen habe (und das war eine verdammt lange Schlange...).
Das Schlimme in solchen Situationen ist ja, daß diese Typen tatsächlich am längeren Hebel sitzen und dich im blödesten Fall solange irgendwo festhalten, bis du Deinen Anschlußflug verpaßt hast (Bekannten von mir passiert), oder dir eine veritable Straftat unterjubeln, die du nicht begangen hast (meinem Vater mal passiert). Also hab ich unter Aufbietung größter psychischer Gewalt gegen mich selbst meine Klappe gehalten und nur innerlich dieses Land und seine Einwohner verflucht und mir geschworen, NIE wieder über Amerika zu reisen. (Was ich dann 10 Minuten später auch überdeutlich auf einer Beschwerdekarte für den Kummerkasten des Flughafens festgehalten habe, damit sie's nur wissen, die blöden Amis....).
Nur nebenbei sei erwähnt, daß sich die arme indische Familie, die ja nun im Zentrum der Auseinandersetzung gestanden hatte, hinterher bei mir dafür entschuldigte, überhaupt jemals an mir vorbeigezogen zu sein und mich schlechten Gewissens und überaus freundlich nötigte (der Uniformarsch war mittlerweile außer Sicht), mich nun wiederum an ihnen vorbeizuschieben.

Nach 9 Stunden Aufenthalt in Atlanta, umgeben von einer nahezu unzählbaren Vielfalt von Fastfoodrestaurants und Kaffeetempeln, konnte ich dann nach der Lektüre einiger der mir liebsten Boulevardzeitschriften das Flugzeug nach München erklimmen und die zweite Etappe von 9 Stunden in Angriff nehmen. Und eigentlich hatte ich mir das auch ganz schön vorgestellt, mit einer interessanten Filmauswahl auf dem Bildschirm am Hinterkopf des Vordermanns und mit ein bißchen Alkohol. Weit gefehlt. Nach dem 6. Reboot des vermaledeiten Panasonic-Filmsystems (Panasonic ist Schuld, so die Stewardess in Erklärungsnot), gaben ich und meine neuen Sitznachbarn (ein netter indischer Geschäftsmann und eine überambitionierte Siemens-Angestellte mit kleiner Profilneurose) jede Hoffnung auf, auch nur ein buntes Bildchen über den Schirm flimmern zu sehen während der kommenden 9 Stunden. Doch stand das amerikanische Bordpersonal seinem uniformierten Bodenvertreter in Sachen Nettigkeit und Service nur wenig nach und sah es keineswegs ein, sich wenigstens mal für diesen Umstand zu entschuldigen oder uns eine Wiedergutmachung für die entstandene Langeweile anzubieten. Erst auf mein Insistieren hin knallte man unserer Reihe leicht genervt ein paar Gin Tonics auf die ausgeklappten Vorderbrettchen und rollte dann von dannen. Daß ich den anschließend servierten Kaffee selbst unter Aufbietung sämtlicher mir bekannter Geschmacksnervabtötungsautosuggestionen nicht runterwürgen konnte, wurde mit einem "Is my coffee really that bad, hihi?!" quittiert. Tee hab ich dann allerdings auch keinen mehr gekriegt.
Also Fazit: Fliegen is auch nich mehr, wasses mal war, und die Amis auch nich.

Hier das Testbild, auf welches wir 9 Stunden zu Starren verdammt waren:


Irgendwann hatte aber auch diese Qual ein Ende und ich wurde daheim von der selten gesamtversammelten Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Schwester am Flughafen abgeholt:


Ja, und damit ich beim Übergang vom chilenischen Winter zum deutschen Sommer einen nicht gar so schweren Schock zu erleiden hätte, wurde mir im anschließend im väterlichen Wohnzimmer erst mal ein Kaminfeuer entzündet...

Samstag, 2. August 2008

Flexible Lebensplanung

In Deutschland wird einem permanent das Gefühl vermittelt, ein Lebenslauf müßte so gradlinig wie möglich verlaufen, ohne größere Abweichungen vom auserkorenen Berufsziel und, noch wichtiger, ohne größere Lücken, in denen man dann angenommenerweise nichts geleistet oder vermeintlich im Knast gesessen hat.
Was aber nun, wenn die große Berufungserleuchtung auf sich warten läßt oder man einfach für ganz viele verschieden Dinge sich interessiert und für diese außerdem noch gleichermaßen talentiert zu sein scheint? Wieviel darf man ausprobieren, wie lange sich austoben, wie lange die Auffahrt auf die einspurige Karriereautobahn ohne Abfahrt und Wendemöglichkeit hinauszögern? Oder darf man vielleicht viel länger als gedacht die Landstraße mit ihrer schönen Natur und ohne die nervigen Überholmanöver der anderen entlangfahren? Und hie und da in dem einen oder anderen Dorf eine Rast einlegen, um sich dieses anzusehen, sich mit den Anwohnern zu unterhalten und vielleicht einen kleinen Laden dort zu eröffnen? Und wenn der dann nicht mehr läuft, wieder in seinen Wagen zu steigen und dann entweder zügig oder zuckeln weiterzufahren...
In Peru machen das ganz viele Leute so. Da ist es keine Schande, sondern eher notwendige Normalität, daß man in seiner beruflichen Entwicklung flexibel bleibt und die Augen nach links und rechts offen hält. Wenns mit dem einen Job nicht (mehr) klappt, sieht man sich schnell nach was anderem um (gerne auch in einer völlig anderen Branche), oder eröffnet vielleicht ganz flux mehr oder minder legal angemeldet ein eigenes Business. Oder man hat - meist aus der finanziellen Not geboren - gleich mehrere Jobs gleichzeitig.
Von den Paralleljobs abgesehen eigentlich kein schlechtes Modell, welches einem bei der Jobsuche vielleicht nicht nur ein wenig den Druck von den Schultern nimmt, verzweifelt auf grader Linie weiterfahren zu müssen und nun sofort den EINEN und RICHTIGEN Job finden zu müssen, der einen wirklich weiterbringt, sondern auch deutlich mehr theoretische und praktische Flexibilität nach sich zieht, die doch sowohl im Privat- als auch Berufsleben nur von Nutzen sein kann. Oder?

Último día en Santiago

An meinem letzten Tag in Santiago bin ich ein letzes Mal mit meinen neuen Freunden Essen gegangen, die trotz ihres straff organisierten, keusch-abstinenten Lernprogramms eine kleine Ausnahme gemacht und zum Abschied mit einem leckeren Glas chilenischem Rotwein mit mir angestoßen haben.




Sehnsucht nach Kultur

Obwohl ja von Beruf Kulturwissenschaftlerin, hab ich bis zu meinem Aufenthalt in Peru irgendwie doch nicht WIRKLICH gewußt, wie wichtig mir "Kultur" ist. Zum einen war diese bislang immer selbstverständlich verfügbar, zum anderen dachte ich allerdings auch, daß man sich ja schließlich, so keine Museen oder Theater zur Hand, auch mit einem Buch aufs Bett knallen und sich auf diese Weise den notwendigen kulturellen Input verabreichen könne. Nach 5 Monaten ohne Kinos (diese wurden in den letzten Jahren nahezu sämtlich von religiösen Vereinigungen aufgekauft, die jetzt darin ganz schauderhafte Predigerveranstaltungen im amerikanischen Stil abhalten), Ausstellungen oder hin und wieder einer kontroversen oder schön konservativen Theaterinszenierung hab ich nun wahrlich erkannt, in welchem Paradies ich in Berlin in den letzten Jahren gelebt habe, wo sich täglich unzählige Möglichkeiten bieten, sich zu günstigsten Preisen nach Lust und Laune und in jeglicher Spielart künstlerisch inspirieren zu lassen.
So lernt man in der Ferne denn auch zu schätzen, was man bislang in der Heimat als gegeben betrachtet hat...

Mittwoch, 30. Juli 2008

Llevame a tu país!

Sei es das Mädel aus dem Internetcafé, der Typ von der Busgesellschaft oder der mehrfache Familienvater, von allen Seiten erschallte irgendwann im Gespräch der Ruf "Llevame a tu país" in meine Richtung. Würd ich ja gern machen, aber so leicht, wie ihr Euch das vorstellt, isses nu auch wieder nich. Ick bin doch leider nich die deutsche Agentur für Arbeit und selber erstmal arbeitslos, wenn ich wieder heimkomme...
Und sooooo toll ist Deutschland, abgesehen von der Sozialhilfe und dem Arbeitslosengeld, den schön angemalten Häusern und asphaltierten Strassen mit den vielen neuen Flitzern darauf, den wohlgenährten und krankenversicherten Menschen in löcherfreien Kleidern, dem leckeren Trinkwasser und vielen Waschmaschinen nun auch wieder nicht....

Do I look like a teacher?

Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wieviele wildfremde Menschen sich in Diskos, Taxis und schlichtweg auf der Straße an mich herangepirscht haben und mich dazu bewegen wollten, ihnen Englisch-Unterricht zu geben. Viele Peruaner besuchen zwar Englisch-Kurse am ICPNA (Instituto Cultural Norteamericano), in den meisten Fällen ist dies allerdings herausgeworfenes Geld, da die Lehrer augenscheinlich des Englischen selber nur schwerlich mächtig sind und die Schüler keine Möglichkeit haben, die erlernte Theorie anschließend praktisch anzuwenden. Leider beläuft sich der peruanische Studenlohn für diplomierte Lehrer allerdings lediglich auf die schlappe Summe von 3 Soles, sprich 0,75 Cent, und selbst obwohl ich aus Deutschland kümmerliche Bezahlung gewöhnt bin, wär dit denn doch wirklich ein bißchen zu karge, so vom Feeling her. Allerdings - never say never und schön zu wissen, für Zeiten schlimmster Not diese Möglichkeit in der Hinterhand zu haben:)

Mittwoch, 23. Juli 2008

Preise

Außer im Supermarkt gibts in Peru eigentlich nirgendwo so richtig feste Preise. Die kleine Flasche Wasser, die normalerweise für einen Sol zu haben ist, kann in Anbetracht weißer Haut in der kleinen Tienda nebenan schon gerne auf einmal 1,50 kosten und der Preis für ein Tetrapack Milch von 2,30 auf 3,50 Soles in die Höhe schnellen, nachdem die Verkäuferin Dich blitzschnell von tip to toe einem Liquiditätsscan unterzogen hat. Nicht selten habe ich dann erzürnt den Laden verlassen, woraufhin mir die Ware ganz aufgeregt zum halben Preis nachgetragen wurde. Für Menschen vom Typus "Ich liebe Flohmärkte, weil man da so wunderbar um jeden Scheiß feilschen kann" oder "Handeln macht mir ja sooo unendlich viel Spaß" mag dies ein paradiesischer und vor allem preiswerter Umstand sein, für alle anderen - wie mich -, für die jegliche Art von Feilscherei ein Gräuel darstellt, ist es die Hölle. Und macht wütend, weil man sich ungerecht behandelt fühlt und ständig das Gefühl hat, zuviel bezahlt zu haben, zumal wenn man sich mit den örtlichen Preisstrukturen noch nicht auskennt bzw. einem sowieso alles erstmal total billig vorkommt.
Allerdings bin ich mir noch nicht so ganz sicher, was mir denn nun lieber ist: Deutschlands im Vergleich irrsinnig hohe Preise, an denen nicht zu rütteln ist, die allerdings für alle gleich verbindlich sind, oder die peruanischen, ungerechten, aber immer noch wesentlich günstigeren Preise mit erheblichem Spielraum nach unten bei plötzlich und mutig entflammter Handlungswut...

Dienstag, 22. Juli 2008

Felicidades ganadores!!


Mis amigos de Lima/Santiago han ganado el concurso en Santiago para lo que han trabajado DURO DURO DURO.
Felicidades!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Racismo

So einige Peruaner sind ziemlich rassistisch. Interessanterweise gilt dieser Rassismus allerdings nicht "uns" Ausländern, sondern vielmehr den eigenen Landsleuten. Da gibt es einen ganz schönen Dünkel derer aus der Selva gegenüber denen aus der Sierra, jener wiederum gegenüber denen von der Costa und vice versa und querbeet und die Limenos halten sich sowieso für die tollsten und lassen das auch alle merken. Kann man ja auch in Vargas Llosas "Die Stadt und die Hunde" eindrücklich nachlesen. Die verschiedenen Hauttypen spielen dabei natürlich eine wichtige Rolle, und auch anhand der Physiognomie kann man die Herkunft mehr oder minder genau erkennen. Eher minder, würde ich sagen, aber die Schnösel aus Lima konnte ich dann irgendwann auch aus 50 Metern Entfernung identifizieren. Bis ich meine nette Studentengruppe kennengelernt und meine Meinung wieder ein bißchen revidiert habe...
Nun - aber worin äußert sich dieser Rassismus zum Beispiel? Als ich mit AA in Lima ein Hostal reservieren und er unsere Reservierung am Telefon mit seinem Namen bestätigen wollte, hieß es auf einmal:

Äh, Moment - sind Sie etwa Peruaner?
Ja, bin ich, ist das ein Problem?
Ähh, jaaa, also wir nehmen keine Peruaner als Gäste auf.
Ach ja, und warum nicht?
Naja, schließlich sind wir ja hier in Miraflores....

Miraflores ist einer der schicksten Bezirke Limas und da würden einheimische Gäste das öffentliche Bild offenbar schädigen.
Auch als ich in dem netten Hostal in Arequipa untergebracht war, ließ der mir zugetane junge Dueno verlauten, er wolle auf keinen Fall peruanische Gäste in seinem Hotel haben. Darauf hab ich natürlich ziemlich irritiert reagiert und ihm von AA und der Sache mit dem Hotel in M. erzählt. Woraufhin er meinte, er hätte es ja versucht, aber die Peruaner würden immer alles kaputt und im Chaos hinterlassen und hätten auch schon andere Gäste seines Hauses ausgeraubt. Und mit "uns" Europäern gäbe es solche Probleme einfach nicht. Tja, was soll man darauf dann sagen?
Was ich nicht am eigenen Leib erfahren habe, worüber ich allerdings gelesen und wovon mir erzählt wurde, ist, daß es in Lima Diskos und Strände gibt, zu denen dunkelhäutigere Peruaner schlicht und ergreifend keinen Zugang haben. Die sind reserviert für die weißhäutigen Abkömmlinge des Kolonialismus, um es mal böse auszudrücken.
Dieser peruanische Rassismus wurde mir von allen Freunden und Bekannten bestätigt, stimmt traurig und ist dem Wachstum des Landes nicht gerade förderlich.

Mittwoch, 16. Juli 2008

Öffentlicher Nahverkehr

Öffentlichen Nahverkehr gibts in Peru nicht. Jeglicher Transport ist in Händen von Privatunternehmern, die sich einen harten Wettbewerb liefern. Ständig kommen einem überall Kombis entgegen, die man mit einem kurzen Wink jederzeit und überall anhalten kann, sowohl zum Ein- als auch zum Aussteigen. Und wenn man noch flexibler unterwegs sein möchte (denn die Kombis haben ja, wie Busse, durchaus feste Routen), so fährt man mit dem Taxi. Und das kostet herrlicherweise so gut wie nix. Eine Fahrt von mehr als 20 Minuten von einem Ende der Stadt zum anderen kommt allerhöchstens auf 15 Soles, nicht mal 4 Euro. Und für kürzere Strecken, die in Deutschland nicht unter 8 Euro zu haben wären, drückt man dem Taxifahrer 3-4 Soles, also max. einen Euro in die Hand. Taxameter gibts nicht und die Fahrpreise werden vorab abgesprochen. Bei einer Gelegenheit haben AA und ich auf der Strasse gleichzeit ig mit 4 verschiedenen Taxis um den Preis gefeilscht.
Neben den Taxis gibt es als weitere Alternative noch die Collectivos. Die sehen aus wie Taxis, haben allerdings Nummern und fahren den lieben langen Tag dieselben Strecken ab. Allerdings transportieren diese mehrere Passagiere gleichzeitig und können auch per Handwink jederorts angehalten werden. Der Fahrpreis betraegt höchstens 1 Sol, also 25 Cent. Das wird mir einige Umstellung abverlangen, bei Bedarf nicht mehr einfach die Hand auszustrecken, sondern nun bald für eine Kurzstrecke mit der BVG mehr zu bezahlen als für eine ausgedehnte Taxifahrt...

EC-Karte

Schlau wie ich bin, hab ich in Cuzco meine EC-Karte im Geldautomaten stecken lassen und dies dann auch erst 5 Stunden spaeter gemerkt. Dort isses nämlich leider nicht so, dass Dir nicht erst nach Herausziehung der Karte Dein Geld ausgehändigt wird, sondern Du, nachdem das Geld entnommen wurde, gefragt wirst, ob Du mit derselben Karte weitere Transaktionen durchführen möchtest. Dann kannst Du entweder JA oder NEIN eintippen und im Zweifel weitertransferieren oder ähnliches. Ich bin allerdings gedankenverloren noch vor diesem Schritt aus dem Kabäuschen raus und hab die Karte vergessen. Mein Nachfolger hätte also leicht an meiner statt JA eingeben koennen und sich mittels meiner Karte ein paar Urlaubsextras finanzieren können. Ich hatte allerdings Glück im Unglück, denn obwohl der Automat meine Karte nicht eingezogen hat (wie man mir abends in der Bank bestätigte), wurde kein Geld mit ihr abgehoben. Als ich die Karte allerdings dennoch sicherheitshalber sperren lassen wollte, war mir dies mit den mannigfachen Sperrtelefonnummern, die ich IMMER mit mir rumschleppe, aus dem Ausland nicht möglich. Das sind nämlich spezielle Gratisnummern, die aus internationalen Callcentern heraus nicht funktionieren. Also eine intelligente Meisterleistung des deutschen Bankenwesens!!! Nach einigem Rumtelefonieren hat mir dann die VISA-Notrufzentrale eine EC-Festnetznummer in Deutschland durchgeben können, wo ich zu deutscher Zeit um 2 Uhr morgens unglaublicherweise tatsächlich jemanden erreicht habe. Falls es Euch hilft: 069 - 740987. Und bereits 5 Minuten später hat man Dir dann auch gleich die Sperrgebühr von 5 Euro vom Konto abgebucht...

Llamada, llamada...

Da sich in Peru nicht jeder ein Handy leisten kann (...), stehen an vielen Strassenecken mit gruenen Schuerzen bekleidete Damen herum und bieten im 5-Sekundentakt laut vor sich herrufend "Llamada, llamada..." an. Das heisst, wenn Du also einen Anruf taetigen musst, so gehst Du zu einer von ihnen und teilst ihr die anzurufende Nummer mit. Diese wird dann von ihr in ein Handy eingetippt, welches Dir, sobald sich am anderen Ende jemand meldet, in die Hand gedrueckt wird. Die vertelefonierte und zu bezahlende Zeit wird entweder per Stoppuhr oder mit der Handyfunktion "Anrufdauer" bestimmt.

Arzt- und Apothekenbesuch

In Peru geht man kaum zum Arzt, weil sich das kein Mensch leisten kann. Daher herrscht in den meisten Apotheken (v.a. bei Inka-Pharma...) immer ziemlicher Hochbetrieb. An dem einen Counter stehen dann ein paar mehr oder minder ausgebildete Pharmazeuten, die sich die Klagen der Leute anhoeren, Ausschlaege betrachten und geschaeftig in die Tasten hauen. Die Anzahl der verschriebenen Tabletten ist dann gerne geldbeutelabhaengig und es werden selten ganze Blister oder Verpackungen, sondern nur einzelne Pillen aufgeschrieben, die dann entsprechend ausgeschniten werden. So kommt es vor, dass man, wie in meinem Fall, bei Halsschmerzen mit drei Tabletten Antibiotika nach Hause geschickt wird. Und von einem Beipackzettel kann man nur traeumen...
Mit dem entsprechenden Rezept und der Anwendungsbeschreibung geht man dann zur Kasse und mit der Zahlungsbestaetigung zum Ausgabeschalter. Auf diese Art und Weise werden dann auch gleich dreimal mehr Arbeitsplaetze als noetig geschaffen:)

Freitag, 11. Juli 2008

Sightseeing in Santiago

Heute ein bisschen alleine in Santiago rumgeschlendert und mich der eisigen Temperaturen (hier isses Winter, die heutige Hoechsttemperatur betrug 8 Grad) wegen bisweilen in dem einen oder anderen Museum aufgewaermt.

Hier some impressions:




Im Museo de la Fundación Salvador Allende hab ich eine besonders beeindruckende und beklemmende Ausstellung (jujuuuuuuuuu, meine erste Ausstellung nach 5 Monaten kulturellen Exklavendaseins!!!!!) gesehen. Der Kuenstler Gustavo Germano hat Fotografien aus der Zeit vor der chilenischen Militaerdiktatur nachgestellt, mit denselben Personen und an denselben Orten. Der einzige Unterschied besteht allerdings darin, dass auf jedem Foto eine oder mehrere Personen fehlen, naemlich jene, die unter der Militaerjunta desaparecían, also verschwunden sind. Die Ausstellung traegt den Titel ausencias.












Zum Mittagessen gabs dann den besten Hotdog, den ich je in meinem Leben gegessen habe. A la americana und mit allem, inklusive Avokadosauce:


Das einzig interessante im Museo Histórico Nacional war diese halbe Brille Salvador Allendes, zerstoert bei seinem vermeintlichen Selbstmord 1973. Ansonsten gab das Museum nicht viel her ausser einer erschlagenden Vielzahl von Gemaelden gewichtiger und weniger gewichtiger Personen bzw. Maenner der vergangenen 500 Jahre. Ach ja, und einige Waffen und alte Schreibmaschinen gabs auch zu sehen. Und eine Kutsche.


Und in der Kathedrale hat dieser schoene Erzengel Michael sein Zuhause:

Donnerstag, 10. Juli 2008

Santiago

gefaellt mir guuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuut! Schoene Gebaeude und sehr liebenswerte und hilfsbereits Leute gibts hier. Klein bisschen erinnerts mich an Berlin, aber vielleicht hab ich mittlerweile auch eine ein wenig verzerrte Wahrnehmung der Dinge...
Mein Hostal ist nett und die meiste Zeit verbringe ich weiterhin mit meiner reizenden limensischen Studentengruppe.

La Moneda, der Sitz des chilenischen Praesidenten:



Fiorella und Susan:

Ich und Salvador:


La Moneda von der anderen Seite und gemeinsam mit Fiorella, Hugo und Oscar:





Neptun-Brunnen auf dem Cerro Santa Lucia:


Vom Mirador auf dem Cerro Santa Lucia aus gesehen siehts in Santiago so ein ein bisschen aus wie im Berliner Osten:




Icke mit Miguel Angel:


Auf dem Weg gen Sueden

haben wir uns ueber weite Strecken gefuehlt wie auf einer Tour ueber den Mond. Nichts, nichts und wieder nichts war da zu sehen. Nur Wueste. Und da uns ueber Stunden hinweg auch kein Fahrzeug entgegenkam, erwachte der Gedanke, Chile sei vielleicht in den letzten Stunden in einen Atomkrieg verwickelt gewesen, von dem wir nichts mitbekommen haben. Dem war ja aber bekanntlich nicht so und irgendwann bekamen wir dann wenigstens mal das Meer zu Gesicht:







Hier das heimelige Restaurant an der Wegstrecke, in dem uns unser 2. Gratismittagessen serviert wurde,


und wo ein auf seine Privatsphaere wertlegender Jefe das Sagen hat: