Dienstag, 29. Januar 2008

Die Ankündigung...

verlief deutlich anders als erwartet. Ich hatte die Nächte vorher (mal wieder) ziemlich gelitten, hatte ich meinem Chef doch zugesagt, auch noch im Jahre 2008 an seiner Seite zu bleiben. Und nicht nur den Chef betrifft ja so ein Abschied, auch eine liebe Kollegin, die sich ein Jahr zuvor zunächst an mich gewöhnen mußte, würde sich nun also schon wieder auf jemand anderen einstellen und in die hohen Weihen der Assistenztätigkeit einführen müssen. Ich schlief also mal wieder schlecht, fast so schlecht wie noch kurz vor der Entscheidungsfindung. Die Angst vor der eigenen Courage kann einem bisweilen ganz schön zusetzen...

Und hier nun das Resultat des Gesprächs, vor dem ich so Bange gewesen war:

- Lieber Herr S****, ich muß mal mit Ihnen reden....
- Sind Sie schwanger?
- Nein, but I go to South America.
- Aha. Ja. Schön! Find ich gut. Wann soll's denn losgehen? Am 01.01.?
- Ähhh - nein, also ja, also nein, also eher glaube ich am 01.02.
- Ja, prima. Was genau machen Sie denn dann da?
- Sozialarbeit.
- Ach, und mit welcher Organisation?
- Also so genau weiß ich das noch nicht, ich bin in Kontakt mit einer, die mir aber ein bißchen sehr christlich zu sein scheint.
- Ja, also wenn Sie dann da sind, müssen Sie sich unbedingt mal per Email melden. Und sagen Sie Bescheid, wie lange Sie dann noch hier arbeiten wollen. Können Sie sich ja in Ruhe überlegen.

DAS WAR ALSO DAS GESPRÄCH, VOR DEM ICH MICH SO GEFÜRCHTET HABE???

Ich weiß nicht genau, was ich erwartet hatte. Vielleicht ehrlich gesagt doch ein klein wenig mehr Wehmut ob meines Abschieds (...), aber eigentlich konnte ich mir keine nettere Reaktion wünschen. Und die Tatsache, daß wir nun mal alle (zumindest im Arbeitsleben) ziemlich schnell ersetzbar sind, ist ja keine neue, auch wenn man sie meist nur ungern wahrhaben möchte. Auch die Kollegin, an der die ganze Chose nun in erster Linie hängen bleiben wird, reagierte sehr verständnisvoll. Sie ist ja auch schon leiderprobt:)

Damit waren also erstmal Fakten geschaffen. Jetzt gabs kein zurück mehr und die peruanische Zukunftsplanung mußte jetzt als nächstes in die Puschen kommen.

Montag, 28. Januar 2008

Die Entscheidungsfindung...

war eine schwere Geburt.
Mutter sagt "Ja, machen, wenn es Dein Traum ist",
Großvater sagt "Ich versteh die Welt nicht mehr, jetzt bau dir beruflich doch erstmal was auf",

Schwester sagt "machen machen machen",
Kollegen sagen einerseits "Hmhmhm, dann wieder in den Job reinzukommen; hmhmhm, dann erstmal wieder ganz kleine Brötchen backen; hmhmhm, schon riskant....",
andererseits "Na klar, machen, nen Job findest Du auf jeden Fall wieder; wenn nicht jetzt, wann dann?!",
Freunde sagen "Das haste Dir verdient; gerade DIR wird das bestimmt sehr helfen, mal ein bißchen runterzukommen... - keine Frage: MACHEN!!!"
Mutter sagt auf einmal "Nee, doch nicht machen, zu teuer und beruflich unklug",
Vater sagt "Komm Kind, SO alt biste nun auch noch nicht, hab ich mir überlegt. Ob Du jetzt beruflich durchstartest oder ein halbes Jahr später, das ist dann auch schon egal. Mach es!!!"

Währenddessen schlafe ich so schlecht wie noch nie in meinem Leben (und das will was heißen) und gehe meiner Umwelt ganz schön auf den Wecker. Das ganze dauert so circa zehn sehr lange Tage, in denen ich mir darüber klar werde, daß ich mir diesen über Jahre gehegten Traum tatsächlich jetzt erfüllen sollte, wenn ich nicht Gefahr laufen will, in fünf Jahren mit mir zu hadern, es nicht getan zu haben. Zumal alle Zeichen auf Grün stehen: die Finanzierung ist gesichert (dem familiären Kreditgeber sei hiermit von Herzen gedankt), eine Wohnung in Berlin in der Regel problemlos untervermietbar, keinen Freund an der Backe und beruflich noch am Anfang stehend. Also: ICH TU'S.

Und seitdem die Entscheidung gefallen ist, ist sogar der Opa begeistert:)

Sonntag, 27. Januar 2008

Die Entscheidung...

fiel gegen Ende November 2007. Aus verschiedenen Gründen. Ohne nun allzu sehr in die Tiefe gehen zu wollen, war der Wunsch danach, etwas greifbar Sinnvolles zu tun, schon seit einigen Jahren sehr präsent. Und das dies in Peru der Fall sein sollte, war eigentlich immer klar gewesen - Karma...


Zunächst geplant nach Beendigung des Studiums, dann wieder verschoben durch eine tolle Jobmöglichkeit und wieder die nächste Jobmöglichkeit. Und so wäre das wohl immer weiter gegangen, hätte ich nicht langsam aber sicher das Gefühl bekommen, daß ich den Schritt nie mehr gehen würde, wenn ich es nicht jetzt täte. Denn irgendwann hindert mich eine fortgeschrittene Karriere vielleicht tatsächlich, oder Familienplanung spielt doch mal eine Rolle in meinem Leben... Somit also nun der Schritt zur Tat. Met alle consequenties vandien, wie man im Niederländischen so schön sagt. Von den ersten schlaflosen Nächten der Entscheidungsfindung über die Kündigung, die mannigfachen Vorbereitungsschritte bis zum Abflug in zwei Wochen und allem, was da kommen mag...