Samstag, 31. Mai 2008

Politische Werbeplakate

gibts kaum. Dafuer herrscht die Praxis vor, dass die Namen der fuer sich als kommende Buergermeister, Praesidenten oder was auch immer werbenden Kandidaten Hauseigentuemer dafuer bezahlen, ihre Namen grossflaechig auf deren Haeuserwaende zu malen. AA meinte, dass sie sich gleichzeitig dazu verpflichten, diese nach den entsprechenden Wahlen wieder zu entfernen, aber diese Abmachung scheint nach den Wahlen offenbar vergessen. So wird eine unerhoerte Vielzahl von Haeusern verunziert durch diese monstroesen Namenszuege, was aber das aesthetische Empfinden keineswegs zu stoeren scheint. Haeuser sind mehr "Gebrauchsgegenstaende" als alles andere. Sie werden auch weniger fuer die Ewigkeit gebaut als bei uns, was Materialien (auf dem Land werden meist noch die vor Ort gefertigten Adobes(Lehmziegel; adobar = vergipsen) zum Bau verwendet) und Konstruktionsweise betrifft. Oft trifft man daher auch auf verlassene Haeuser(ruinen), deren Besitzer von dannen gezogen sind. Vermutlich handelte es sich beim Baugrund sowieso um Invasionsland, d.h. Land, welches dem Staat gehoert und besetzt wurde. In einigen Faellen fuehren solche grossflaechigen Invasionen dazu, dass nach einigen Jahren der Besitz des Landes offiziell auf die Besatzer uebergeht, die derart einen neuen Ort oder Stadtteil gegruendet haben.









Hoch lebe die Kartoffel!

Seid ihr Euch der Tatsache bewusst, dass 2008 das offizielle Jahr der Kartoffel ist? Und welches Land eignet sich wohl am ehesten fuer einen nationalen Kartoffelkongress als deren Mutterland?


Donnerstag, 29. Mai 2008

Artesania in Cochas Chico

Anfang der Woche haben wir einen Ausflug nach Cochas Chico (das Zwillingsdorf heisst Cochas Grande) gemacht, um uns das dortige Kunsthandwerk anzusehen, fuer welches das (ansonsten ziemlich haessliche Dorf) landesweit bekannt ist. In getrocknete Flaschenkuerbisse, Kalebassen, werden traditionelle Motive geritzt, die dann anschliessend mit einem gluehenden Stueck Holz eingefaerbt werden. Die Kuerbisse wachsen allerdings nicht vor Ort, sondern werden aus der noerdlichen Kuestenregion importiert. Das fertige Produkt heisst dann MATE.





die getrockneten Kuerbisse vor der Verarbeitung




Hier wird geritzt,


hier gekokelt,
und hier posiert das Kuenstlerehepaar netterweise fuer mich:)

Let's dance


Dienstag, 27. Mai 2008

Gleichgueltigkeit

Manchmal ist die Gleichgueltigkeit der Peruaner ihren Mitmenschen gegenueber ziemlich erschreckend. Am Sonntag waren AA und ich mal wieder in Sicaya zum Mittagessen eingeladen und hatten einen Riesenspass mit allen drei Generationen der Familie. Nur Señor Edmundo war abgaengig, denn er musste in einem etwas entfernten Dorf Fotos schiessen (als Nebenerwerb bietet die Familie "Filmaciones" an). Ploetzlich jedoch betrat ein voellig zer- und verstoerter Edmundo die Kueche und brach in Traenen aus. Er hatte einer Gruppe Leute, die mit der zu filmenden Familie offenbar verwandt waren und weiter abgelegen geparkt hatten, geholfen, etwas auf dem Dach von deren 4x4-Drive-Wagen (damit sollte der Typ und die Groesse des Wagens veranschaulicht werden) festzuschnallen. Dabei jedoch hatte er offenbar das Gleichgewicht verloren und war rueckwaerts vom Dach auf Kopf und Ruecken gestuerzt. Doch anstatt dem armen Mann ( er ist so Mitte 50), der erstmal das Bewusstsein verloren hat, zu helfen und ihn in ein Krankenhaus zu fahren, hat man ihn, weil man dachte, er sei tot (das hat er die Leute tatsaechlich so sagen hoeren), einfach in der Pampa liegen lassen und ist losgefahren. Geistesgegenwaerig und trotz seiner enormen Schmerzen hat er sich noch das Kennzeichen des Wagens auf die Hand notiert. Viel hat ihm das allerdings auch nicht genutzt, denn als er endlich irgendwie zu einer Polizeistation gefunden hatte, hat man ihm dort erstmal Geld dafuer abgeknoepft, sich ueberhaupt der Sache anzunehmen (man kann von Glueck reden, dass er welches dabei hatte) und ihn dann auch noch ausgelacht. Vier Stunden spaeter kam er dann nach seiner Odyssee endlich zuhause an, doch die Stelle, bei der er sich laut Polizeibericht fuer eine Untersuchung melden sollte, scheint sonntags geschlossen.
Auch die Familie war offensichtlich voellig ueberfordert mit der Situation und niemand ausser AA und mir hat wirklich dafuer plaediert, eine Notaufnahme aufzusuchen. Dafuer muesste einem schon das Bein abfallen. Ausserdem will das ja auch alles bezahlt werden... Señora Lourdes hat sich erstmal wieder an den Herd gestellt und Edmundo zum Essen animiert. Als ob er mit diesen Schmerzen etwas haette essen koennen. AA hat waehrenddessen telefonisch den Kontakt zu einer Hilfsstelle fuer Campesinos hergestellt, die in derartige Situationen geraten. Ich hoffe, dass diese Edmundo dabei unterstuetzen, diese Mistkerle zur Rechenschaft zu ziehen. Irgendwann kam dann ein Cousin vorbei, der wohl Arzt ist, aber die ca. 4 cm grosse Schnittwunde auf Edmundos Kopf hab ich den auch nicht naehen sehen. Schliesslich hat man ihn dann wenigstens endlich ins Bett gebracht und mit Diclofenac vollgepumpt. Ohne vorheriges Roentgen oder aehnliches.
Neben seinen Schmerzen hat Edmundo allerdings vor allem die Gleichgueltigkeit seiner Mitmenschen tief verletzt. Er konnte nicht fassen, was da mit ihm geschehen war, dass man ihn wie ein Stueck Abfall einfach hat liegen lassen. Und wem kann man denn noch vertrauen und in welchem Land lebt man, wenn man schwerverletzt auch noch von der Polizei ausgelacht wird?? Vor allem, wenn man selber so darum besorgt ist, seine eigenen Gaeste mit der groesstmoeglichen Gastfreundlichkeit zu empfangen und in seine Familie aufzunehmen.

Zwar hat mich das Ausmass dieser menschenverachtenden Aktion ausserordentlich erschreckt, doch wirklich ueberrascht war ich nicht. AA hat in der Zeit meines Aufenthalts bereits zweimal aelteren Frauen, die auf der Strasse ohnmaechtig geworden sind, geholfen, waehrend die umstehenden Leute weiter mit dem Handy telefoniert haben oder einfach weitergelaufen sind. In allen Geschaeften wird sich gnadenlos vorgedraengelt und Hoeflichkeit ist kein Grundbaustein der hiesigen Erziehung. Dies mag an den haerteren Lebensumstaenden liegen und ist in dieser Verallgemeinerung sicher auch nicht fair, faellt einem aber durchaus ins Auge. Leider.

Wasserversorgung

Ja, das mit dem Wasser ist hier so eine Sache. Und vor allem mit dem Warmwasser. Zum einen gibts bisweilen nur wenig Wasser, weshalb der Wasserdruck oft nicht ausreicht, um dieses in hoehere Stockwerke zu pumpen. In Huancayo (keine Ahnung, wie das in anderen Staedten geregelt ist) stellt die Stadtverwaltung das Wasser ausserdem irgendwann in den Nachmittagsstunden ab und wer bis dahin nicht genug gebunkert hat, ist selber schuld. Auf vielen Hausdaechern finden sich daher die auf dem Foto abgebildeten Wassertanks, die man idealerweise vormittags vollpumpt, damit man bis zum naechsten Tag versorgt ist. Wenn man in seinem Hotel Glueck hat, so verfuegen die Duschkoepfe in den Badezimmern ueber eine elektrische Heizvorrichtung, die (bei Wasservorhandenheit) das Wasser aufwaermt. In meinem Hotel ist das leider nur im Erdgeschoss der Fall, ich wohne im ersten Stock. Also hab ich nur bis mittags warmes Wasser, solange der Wasserdruck ausreicht, um den Durchlauferhitzer anzuschmeissen. Oder so ungefaehr, auf jeden spielt die "presión" eine wichtige Rolle. Ganz bloede isses allerdings, wenn abends die Tanks leer sind und einfach gar kein Wasser mehr irgendwo rauskommt. Dann hilft nur Zaehneputzen mit den morgens vorsorglich in verschiedenen Flaschen abgefuellten abgekochten Wasservorraeten:)

Sonntag, 25. Mai 2008

Invitación para un Almuerzo

Gestern waren AA und ich von meinem neuen Hauswirt Victor zum Mittagessen eingeladen. Eigentlich um 2. A la peruana gings dann um 5 los mit Essen. Vorher wurde sich unterhalten, gesungen (vorgetragen und begleitet von waschechten Profimusikern) und viel lecker selbstgemixter Pisco Sour getrunken.


Pio und Alfonso (spielen in der Band Encuentros), Joanna (die gute Seele der Pension) und Victor, der Dueño


traditionell peruanisches Essen, in stundenlanger Arbeit von Victor zubereitet


der Verzehr desselbigen

Die Peruanische Hundehaltung...

... unterliegt dezidiert keinen Vorschriften etwaiger Tierschutzorganisationen. Wenn sie nicht wild auf den Strassen rumrennen und nachts alle Muelltueten aufreissen, die ihnen zwischen die Zaehne kommen, so fristen sie ein tristes Dasein auf den im letzten Blogeintrag beschrieben Haeuseraufbauten, die sie, wenn ich das recht beobachtet habe, so gut wie nie verlassen.







Peruanischer Hausbau

Lange Zeit hab ich mich gefragt, warum man hier auf fast allen eigentlich fertigen und gestrichenen Haeusern mehr oder minder hohe und vor allem ziemlich haessliche Rohaufbauten oder Ziegelansammlungen findet. Irgendwann bin ich dann in meinem schlauen Peru-Einfuehrungsbuch auf das entsprechende Kapitel gestossen:
Je nach finanziellen Moeglichkeiten wird, nachdem das Erdgeschoss huebsch und fertig ist, Stueck fuer Stueck weitergebaut. Das kann oft Jahre in Anspruch nehmen und fuehrt nicht selten zu gar keinem Ende. Doch auch wenn ein weiteres Stockwerk fertiggestellt wird, so haelt man es dann nach der ewigen Zeit leider nicht mehr fuer noetig, diesem ein bisschen Farbe zu verpassen, sondern belaesst es meist in Bausteinoptik.











Freitag, 23. Mai 2008

Soviel zum peruanischen Umweltschutz!

Als ich kuerzlich auf meinem Weg ins Zentrum einen Blick von der Bruecke auf den Fluss geworfen habe, bin ich ziemlich erschrocken. Hat da etwa irgendwo ein Massaker stattgefunden? Ist hier in der Naehe ein Schlachthof oder was hat die rote Suppe da unten zu bedeuten? Bei einem weiteren Spaziergang einige Tage spaeter (der Fluss sah immer noch genauso aus, es handelt sich hierbei um einen Dauerzustand) erklaerte mir AA, dass eine etwas hoeher gelegene Textilfabrik sich auf diesem Wege ihrer Abwasser entledigt. Lecker!



Abschied im Casa

Obwohl ja nun mittlerweile schon fast zwei Wochen her, hier nun doch noch die Bilder von meiner Abschiedsfeier im Casa in Chupaca.

Hier haelt Bernabe gerade die Abschiedsrede und alle lauschen gespannt:



Billie und Christan, die beiden Jungs an der Tuere, sollten hier eigentlich eine kleine Abschiedstanzvorfuehrung aufs Parkett legen, haben sich dann aber doch nicht so wirklich getraut...
Dann doch lieber auf meinen Schoss.


Und natuerlch gabs auch eine Torte. Torten sehen in der Regel immer so aus, ueberzogen von einer dicken Schicht Chantilly und Verzierungen in Obst- und Tiergestalt. Chantilly ist pappsuesses Zeug, welches in Tueten verkauft wird und dann mit irgendwas angemischt werden muss. Sahne gibts naemlich im ganzen Land weit und breit nicht und ich wurde am Anfang meines Aufenthaltes immer wie ein Esel angesehen, wenn ich versucht habe zu erklaeren, was Sahne ist und was ich damit machen will.


Und wo eine Torte ist, da ist auch immer eine Person, die davon abbeissen muss. Normalerweise das Geburtstagskind, in meinem Fall das Abschiedskind. Und obwohl man eigentlich weiss, was gleich passieren wird, ist man doch immer wieder ueberrascht, wenn einem beim Abbeisen jemand von hinten einen ordentlich Schubs verpasst, sodass man die Torte anschliessend fast in den Bronchien hat.






Und Tschuess!!

Tja, und bin ich jetzt im Nachhinein gluecklich und zufrieden mit meiner Taetgkeit dort? Ich bin zugegebenermassen ein bisschen hin und hergerissen. Die Kinder sind unglaublich undiszipliniert und ziemlich respektlos Erwachsenen gegenueber und oft war es schon ein ganz schoener Kampf, sie dazu zu bewegen, mal ein paar Minuten stillzusitzen, mir zuzuhoeren und nachzuplappern, was ich vorgeplappert habe. Oder mal selber ihr Gehirn einzuschalten und nicht nur zu raten (was offenbar das gaengige Vorgehen in den hiesigen Schulen darstellt.) Zwischendurch hab ich zugegebenermassen auch mal ein bisschen resigniert und Ihnen mitgeteilt, dass es mir total schnurz ist, ob sie nun Englisch lernen oder nie im Leben 2+2 zusammenzaehlen koennen werden. Und daher auch gerne zum Spielen in den Garten gehen koennen oder sich bei der daemlichen Kletterei auf der Treppe, die ich schon 1000 Mal verboten habe, den Hals brechen. Ob ich ihnen nun irre viel beigebracht habe, wage ich zu bezweifeln, aber einige kleine Lichtblicke gabs schon, als z.B. Ricardo endlich das Konzept des Minusrechnens geschnallt hat oder Billie freiwillig nach mehr Vokabeln verlangt hat. Ausserdem war ich die erste Deutsche ("Deutschland, wo ist das denn?", "Europa, was ist das denn?", "Spricht man in Deutschland auch Englisch?"), die sie zu Gesicht bekommen haben, was ja zumindest einen manifesten Beitrag zur Voelkerverstaendigng darstellt.
Ich weiss nicht genau, was ich mir nun genau von der Taetigkeit im Casa erwartet habe und bin vielleicht mit zu grossem Anspruch und Perfektionismus an die Sache rangegangen. Schliesslich sind Kinder ja doch einfach Kinder, ob nun aus reichen oder armen Verhaeltnissen stammend, und Mathe oder Sprachen lernen kommt ja leider bei den wenigsten Kindern wirklich gut an...
Auf jeden Fall kann ich mittlerweile verstehen, warum so viele Lehrer in Deutschland ueber Burnouts klagen. Ein Hoch auf fast alle Lehrer und Erzieher dieser Welt!!!

Und zum Abschluss noch ein paar Kinder im einzelnen:


Christian, der in der 4. Klasse noch nicht Multiplizieren kann


Ricardo, der in der 2. Klasse nur die Buchstaben A bis F kannte
(Zuhause teilt er sich ein Bett mit seiner aelteren Schwester, weil kein Geld fuer ein weiteres Bett da ist.)


Billie, der wie sein Zwillingsbruder Lenin superschlau und interessiert ist und von denen ich hoffe, dass sie nicht am peruanischen Schulsystem scheitern werden!


Geraldo, der sich keine 5 Minten konzentrieren kann und sich in einer Tour unter dem Tisch versteckt, um sich vor der Arbeit zu druecken


Nicole, die fuerchte ich bereits mit spaetestens 13 das erste Kind erwarten wird


Johrdy, ein ganz reizender Junge, der mit Feuereifer bei der Sache war und sich nicht gescheut hat, den Streber zu geben


Alicia, bei der weder Schmeicheln noch Drohen dazu fuehren konnten, dass sie auch nur eine Minute mitgearbeitet haette
(Die Eltern sind den ganzen Tag auf dem Feld und koennen weder die Hausaufgaben kontrollieren, noch ihren beiden Toechtern ein bisschen Disziplin beibringen.)


Flor, die sich mit allem ziemlich schwertut und ausserdem aeusserst schuechtern ist
(Ihr Vater arbeitet als Kombichauffeur in Lima, ihre Mutter macht den Haushalt bei einer Familie in Chupaca. Im Hinterhof bewohnt sie gemeinsam mit Mutter und Schwester ein Zimmer, in dem gerade mal die beiden Betten, die sie zu dritt bewohnen, Platz haben.)


Leydie, die einerseits zwar motiviert ist, andererseits aber auch ganz genau weiss, wie sie den Lehrer um den Finger wickeln und sich vor der Arbeit druecken kann.
(Ihre Eltern sind beide Analphabeten und koennen ihr daher nicht bei den Hausaufgaben helfen. Ihr Vater arbeitet als Kartoffel-Erntehelfer, die Mutter waescht gegen Bezahlung Waesche im nahegelegenen Fluss. Erst seit der Spende von Tylers Eltern konnte bei ihnen zuhause in den vergangenen Wochen Elektrizitaet installiert und der Kueche ein Dach verpasst werden.)

Mittwoch, 21. Mai 2008

Ayacucho

Ayacucho ist wahrlich wunderbar! Fand ich doch bisher jene Leute ziemlich bloede, die sich selbst als "Aestheten" bezeichnen, so knicke ich hiermit ein und geselle mich ihnen zu. Es ist einfach schoen, wenn Haeuser ueber Struktur und Aussenfarbe verfuegen und man seiner Umgebung ansieht, dass sie mit ein wenig Bedacht gestaltet wurde...
Donnerstag Nacht haben wir also mit dem Bus ueber Stock und Stein die ca. 250 km von Huancayo nach Ayacucho zurueckgelegt, an wahrlich atem(be)raubend steilen Schluchten entlang. Einquartiert haben wir uns im Hostal Los tres Máscaras, dessen Innenhof ihr hier bestaunen koennt:


Nach einer kurzen Erholungsphase haben wir dann den ersten Tag mit Stadterkundung verbracht. Hier die Plaza de Armas, einmal bei Tag:


(Standbild Antonio de Sucres, daneben die Kathedrale Ayacuchos. Ayacucho behauptet, 33 Kirchen zu haben, eine fuer jedes Lebensjahr Christi. Angeblich sind es aber wesentlich mehr.)


einmal bei Nacht:


und einmal im Morgengrauen:


Dies der Innenhof eines der kolonialen Herrenhaeuser, in denen heute v.a. Verwaltungen untergebracht sind:


Und natuerlich gibts auch einen Haufen Artesania zu kaufen, zum Beispiel in dieser huebschen Werkstaette:
Kurzer Museumseinblick in die Wari-Vergangeheit (600-1100 n. Chr.) des Landes:


Und im Hinterhof des Wari-Museums wurden dann wiederum wir bestaunt:
Am naechsten Tag haben wir uns in aller Herrgottsfruehe aus den Federn gequaelt, um an einer 16(!!)-stuendigen Tour zu verschiedenen Inkastaetten der Umgebung teilzunehmen. Die gesamte, ueber 100 km lange Fahrt ging ueber eine nicht befestigte Landstrasse. Der Grund dafuer, dass Ayacucho noch nicht wirklich besonders komfortabel zugaenglich ist, liegt darin, dass die Stadt in den 80er und 90er Jahren das Zentrum des Terrors war und voellig von der Aussenwelt abgeschnitten. Hier hat der Universitaetsprofessor Abimael Guzmán den Sendero Luminoso ins Leben gerufen und ueber Jahrzehnte das Land in Angst und Schrecken versetzt.
Unsere Belohnung fuer das fruehe Aufstehen bestand nun aber zunaechst in einem herrlichen Sonnenaufgang:




Brrr, und leider gabs mal wieder keinen Kaffee zum Fruehstueck, dafuer aber Choclo con Queso (Maiskolben mit Kaese) und Mate de Coca:


Dies die "Portada del Sol", die Heimstaette des 9. Inka Pachacútec, welcher von 1438 bis 1471 das Inkareich regierte:






Hier die Aussicht, die Pachacútec und seine Frau(en) geniessen konnten. Die Lagune wurde kuenstlich angelegt, in der Form eines Puma:










Und hier das Badezimmer des Inka. Besondere Bedeutung hat der 13eckige Stein, den man hier unten eingefasst sieht:


Anschliessend gings weiter nach Vilcashuamán, in dessen Zentrum ein Standbild Pachacútecs zu bestaunen ist. Im Hintergrund sieht man die Fundamente des einstmaligen Sonnentempels, auf welchen die Spanier in gewohnter Manier eine Kirche gebaut haben:
Ein paar Strassen weiter befindet sich eine fuenffach gestaffelte Pyramide, genannt usnu. Oben steht der ebenfalls aus Stein gehauene Doppelthron Pachacútecs und der Quya, seiner Hauptgemahlin:
Auch diese beiden haben sich von der besonderen Atmosphaere rundum die usnu verfuehren lassen:


Hier ein paar Impressionen von der abendlichen Rueckfahrt nach Ayacucho:






Lecker Kaeseverkauf im naechtlichen Zentrum Ayacuchos:
Am naechsten Tag, dem Sonntag, haben wir dann einen weiteren Ausflug unternommen, diesmal nach Quinua. Dort fand am 9. Dezember 1824 die von Simon Bolívar initiierte und von Antonio José de Sucre angefuehrte Entscheidungsschlacht um die Unabhaengigkeit Suedamerikas statt, in welcher die Spanier, obwohl in der Ueberzahl, gluecklicherweise unterlagen.
Hier ein (ziemlich haessliches) Standbild Sucres, davor ich mit unseren 4 aeusserst engagierten Tourguides:
Dies der weisse Obelisk, zum Angedenken an die gewonnene Schlacht:
Die wichtigsten Anfuehrer auf einen Blick:
Ausblick vom Obelisk aufs Schlachtfeld:

und auf die andere Seite:


Und bei der Rueckfahrt nach Huancayo am naechsten Tag hab ich dann in Anbetracht der unzaehligen Kakteen erstmals wirklich verstanden, warum der zentrale Teil Perus "Sierra" genannt wird: