Mittwoch, 21. Mai 2008

Ayacucho

Ayacucho ist wahrlich wunderbar! Fand ich doch bisher jene Leute ziemlich bloede, die sich selbst als "Aestheten" bezeichnen, so knicke ich hiermit ein und geselle mich ihnen zu. Es ist einfach schoen, wenn Haeuser ueber Struktur und Aussenfarbe verfuegen und man seiner Umgebung ansieht, dass sie mit ein wenig Bedacht gestaltet wurde...
Donnerstag Nacht haben wir also mit dem Bus ueber Stock und Stein die ca. 250 km von Huancayo nach Ayacucho zurueckgelegt, an wahrlich atem(be)raubend steilen Schluchten entlang. Einquartiert haben wir uns im Hostal Los tres Máscaras, dessen Innenhof ihr hier bestaunen koennt:


Nach einer kurzen Erholungsphase haben wir dann den ersten Tag mit Stadterkundung verbracht. Hier die Plaza de Armas, einmal bei Tag:


(Standbild Antonio de Sucres, daneben die Kathedrale Ayacuchos. Ayacucho behauptet, 33 Kirchen zu haben, eine fuer jedes Lebensjahr Christi. Angeblich sind es aber wesentlich mehr.)


einmal bei Nacht:


und einmal im Morgengrauen:


Dies der Innenhof eines der kolonialen Herrenhaeuser, in denen heute v.a. Verwaltungen untergebracht sind:


Und natuerlich gibts auch einen Haufen Artesania zu kaufen, zum Beispiel in dieser huebschen Werkstaette:
Kurzer Museumseinblick in die Wari-Vergangeheit (600-1100 n. Chr.) des Landes:


Und im Hinterhof des Wari-Museums wurden dann wiederum wir bestaunt:
Am naechsten Tag haben wir uns in aller Herrgottsfruehe aus den Federn gequaelt, um an einer 16(!!)-stuendigen Tour zu verschiedenen Inkastaetten der Umgebung teilzunehmen. Die gesamte, ueber 100 km lange Fahrt ging ueber eine nicht befestigte Landstrasse. Der Grund dafuer, dass Ayacucho noch nicht wirklich besonders komfortabel zugaenglich ist, liegt darin, dass die Stadt in den 80er und 90er Jahren das Zentrum des Terrors war und voellig von der Aussenwelt abgeschnitten. Hier hat der Universitaetsprofessor Abimael Guzmán den Sendero Luminoso ins Leben gerufen und ueber Jahrzehnte das Land in Angst und Schrecken versetzt.
Unsere Belohnung fuer das fruehe Aufstehen bestand nun aber zunaechst in einem herrlichen Sonnenaufgang:




Brrr, und leider gabs mal wieder keinen Kaffee zum Fruehstueck, dafuer aber Choclo con Queso (Maiskolben mit Kaese) und Mate de Coca:


Dies die "Portada del Sol", die Heimstaette des 9. Inka Pachacútec, welcher von 1438 bis 1471 das Inkareich regierte:






Hier die Aussicht, die Pachacútec und seine Frau(en) geniessen konnten. Die Lagune wurde kuenstlich angelegt, in der Form eines Puma:










Und hier das Badezimmer des Inka. Besondere Bedeutung hat der 13eckige Stein, den man hier unten eingefasst sieht:


Anschliessend gings weiter nach Vilcashuamán, in dessen Zentrum ein Standbild Pachacútecs zu bestaunen ist. Im Hintergrund sieht man die Fundamente des einstmaligen Sonnentempels, auf welchen die Spanier in gewohnter Manier eine Kirche gebaut haben:
Ein paar Strassen weiter befindet sich eine fuenffach gestaffelte Pyramide, genannt usnu. Oben steht der ebenfalls aus Stein gehauene Doppelthron Pachacútecs und der Quya, seiner Hauptgemahlin:
Auch diese beiden haben sich von der besonderen Atmosphaere rundum die usnu verfuehren lassen:


Hier ein paar Impressionen von der abendlichen Rueckfahrt nach Ayacucho:






Lecker Kaeseverkauf im naechtlichen Zentrum Ayacuchos:
Am naechsten Tag, dem Sonntag, haben wir dann einen weiteren Ausflug unternommen, diesmal nach Quinua. Dort fand am 9. Dezember 1824 die von Simon Bolívar initiierte und von Antonio José de Sucre angefuehrte Entscheidungsschlacht um die Unabhaengigkeit Suedamerikas statt, in welcher die Spanier, obwohl in der Ueberzahl, gluecklicherweise unterlagen.
Hier ein (ziemlich haessliches) Standbild Sucres, davor ich mit unseren 4 aeusserst engagierten Tourguides:
Dies der weisse Obelisk, zum Angedenken an die gewonnene Schlacht:
Die wichtigsten Anfuehrer auf einen Blick:
Ausblick vom Obelisk aufs Schlachtfeld:

und auf die andere Seite:


Und bei der Rueckfahrt nach Huancayo am naechsten Tag hab ich dann in Anbetracht der unzaehligen Kakteen erstmals wirklich verstanden, warum der zentrale Teil Perus "Sierra" genannt wird:

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Mei, is das schön! Sieht hat ja echt nach unglaublich entspanntem Urlaub aus! Sehr schön die Bildunterschrift "Auch diese beiden haben sich von der besonderen Atmosphaere...", ja net daß man da Vergleiche zieht, gell?;-)LG,
Karo

Anonym hat gesagt…

Oh wie schön - ich würd am liebsten gleich in den Flieger steigen und zurückkommen :) !