Nachdem ich mich nach meiner Rückkehr ungefähr einen Monat wieder sortiert und eingetacktet hatte, konnte es also losgehen mit dem Bewerbungs-
marathon. Methodisch wie ich bin, hab ich mich also erstmal in jede erdenkliche Jobbörse eingeschrieben, ein Stellenblatt für Geisteswissenschaftler abonniert ("Arbeitsmarkt" vom Wissenschaftsladen Bonn, wers noch nicht kennt) und an meinen Bewerbungsunterlagen gebastelt. Da kann man sich schon einige Zeit mit beschäftigen, bevor es so richtig ans Rausschicken geht...
Nicht, daß ich mir nun wirklich ernsthafte Sorgen gemacht hätte, nirgendwo unterzukommen. Aber so ein bißchen verunsichert war ich natürlich auch, zumal die Lage ja nun allgemein und im besonderen bei uns Feingeistern nicht gerade als blühend bezeichnet werden kann. Außerdem konnte ich natürlich noch nicht so recht einschätzen, wie eventuelle zukünftige Arbeitgeber auf meinen Ausbruch aus dem Berufsleben reagieren würden...
Umso erfreuter war ich, auf beinahe alle meine Bewerbungen hin zu einem Gespräch eingeladen worden zu sein - ok, zugegebenermaßen waren das auch nur knapp eine Handvoll:) Und meine Auszeit in Peru spielte in den Gesprächen entweder gar keine Rolle oder wurde mit Interesse wahrgenommen.
Aber je konkreter die Lage, desto drängender die Frage: Was ist mir wichtig im Leben??? Will ich in der Stadt wohnen bleiben, die mir so sehr ans Herz gewachsen ist, in der alle meine Freunde wohnen, die Kultur blüht und das Leben noch bezahlbar sind?? Und dafür aber im Zweifel einen Job annehmen, der mir vielleicht nicht so ganz entspricht? Oder den Fokus auf einen tollen und erfüllenden Job legen, dafür aber Abstriche im Privatleben machen? Nun, schließlich verbringt man ja nicht gerade wenig Zeit am Arbeitsplatz...
So ging das Kopfkarussell hin und her und hin und her und im Kreis herum und die Entscheidungsfindung viel sehr, sehr schwer.
Schlußendlich habe ich mich dann für den tollen Job entschieden. Mit netten Kollegen in einem schönen Arbeitsumfeld und wunderbaren Produkten, die ich in die große weite Welt verkaufe. Berlin vermisse ich trotzdem schmerzlich, aber wer nicht wagt, der eben auch nicht gewinnt. Und wer weiß, wofür es gut ist und wohin mich dieser nun eingeschlagene Weg irgendwann führen wird:)
Mittwoch, 7. Januar 2009
Jobsuche
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