Mittlerweile ist ja nun doch so einige Zeit ins Land gezogen und vieles hat sich in den vergangenen Monaten getan. Bevor ich diesen Blog aber tatsächlich abschließe, möchte ich noch einige Erlebnisse nachtragen, die sich in den letzten Wochen ereignet haben.
Da war zum einen meine Meldung auf dem Arbeitsamt, welche alptraumhafte Züge trug...
Sowieso schon ziemlich eingeschüchtert (man meldet sich ja schließlich nicht täglich arbeitslos) erschien ich also einige Wochen nach meiner Rückkehr in der Agentur für Arbeit, um mich einzureihen in die lange Liste von Deutschlands verborgenem Schatz an ungenutztem Arbeitspotential.
Im folgenden zitiere ich aus dem Beschwerdebrief, den ich zwei Tage nach diesem denkwürdigen Besuch aufgesetzt habe:
Als ich das Zimmer der für mich zuständigen Dame betrat, die sich mir nicht namentlich vorstellte, merkte ich sogleich, daß sehr schlechte Stimmung herrschte, noch bevor ich überhaupt irgendeinen Ton vorgebracht hatte. (...) Ich reichte ihr vorsichtig meine Unterlagen und verhielt mich auch im weiteren still und zurückhaltend. Dann bemerkte ich allerdings (die Dame geriet immer mehr in Wut hinter ihrem Computer, da dieser nicht so wollte wie sie), daß mir ein Fehler beim Ausfüllen meiner Formulare unterlaufen zu sein schien. Als ich die Dame auf diesen hinweisen wollte, wurde ich mit schroffen Worten angewiesen, still zu sein. Ich wollte dennoch vermeiden, daß falsche Angaben in den Computer eingegeben würden und trat um den Schreibtisch herum, um auf die Zeile hinzuweisen, in der mir der vermeintliche Fehler unterlaufen war. Dieser Tatbestand hatte nun zur Folge, daß ich sogleich auf eine Weise angeschrien wurde, wie sie mir im Laufe meines gesamten Lebens noch nicht widerfahren ist:
Ich solle mich sofort wieder auf meinen Platz setzen, das sei ja wohl unglaublich, was ich mir einbilden würde, ich wisse ja gar nicht, was hier alles so passiere und was mir eigentlich einfalle, mich von meinem Platz wegzubewegen in Richtung ihres Schreibtisches etc.
Als ich darauf völlig entsetzt meinte, es täte mir leid, ich wolle ihr ja wirklich nichts Böses, ging es in folgendem Tenor weiter:
Es sei ja sowieso ganz unglaublich, daß die Angestellten des Amtes gezwungen seien, sich alleine mit den Kunden in einem Raum aufhalten zu müssen und was da alles passieren könne etc.
Mein Nervenkostüm wurde angesichts des Geschreis immer dünner, ich war mir wahrlich keiner Schuld bewußt und fühlte mich in die Rolle einer gefährlichen, wenn nicht sogar ihr Leben bedrohenden Kriminellen gedrängt. Unter Tränen rutschte mir dann der Satz "Sagen Sie mal, sind Sie verrückt geworden?" heraus (ich weiß, in dieser Situation keine besonders kluge Aussage, aber meinem Gefühlszustand entsprechend), was eine erneute Attacke folgenden Wortlautes zur Folge hatte:
VERRÜCKT geworden, was meinen Sie eigentlich, soll ich Sie anzeigen oder was?? Das ist ja wirklich unglaublich, was man sich hier alles bieten lassen muß etc.
Bis dato hatte ich wirklich geglaubt, solche Szenen könnten nur von äußerst fantasiebegabten Drehbuchautoren erfunden werden, in deren Folge der derart beschimpfte Arbeitslose schließlich tatsächlich durchdreht und dann die ganze Belegschaft abknallt. Vielleicht hat auch die mir zugeteilte Dame zuviele Krimis dieser Machart gesehen, im schlimmsten Fall ist sie tatsächlich schon von verzweifelten "Kunden" bedroht worden. Das täte mir sehr leid, aber dann erwarte ich, daß derart traumatisierte Angestellte in den Innendienst versetzt, therapiert und von "uns" ferngehalten werden.
Oder lag es vielleicht doch an mir? Denn ich scheine irgendetwas an der ganzen Sache doch irgendwie falsch verstanden zu haben, wie mir wiederum einige Wochen später per Brief vom zuständigen Teamleiter mitgeteilt wurde. Einige unglückliche Umstände seien da wohl zusammen gekommen (...???????????????????). Nun ja, wenigstens hat er sich entschuldigt, mehr kann man wohl nicht erwarten.
Meinerseits sei an dieser Stelle bereits jenen mein Mitgefühl ausgesprochen, die zukünftig in die Fänge dieser Rachegöttin geraten werden...
Sonntag, 28. Dezember 2008
Agentur für Arbeit
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2 Kommentare:
Hallo Angela
Lutz und Petra sind hier. Tu bloß mal hinmachen. Nich das du da nochmal hingehen tust. Die bringt sich noch selba um. Tut das Not?
Hallo Süsse
Wie geht es dir. Haben lange nichts gehört von dir. Unsere Telefonnummer hast du ja noch. Wenn es Not tut, geht es auch über das Internet.Uns geht es gut. Wenn alles Klappt wirft Nicole im August. Frag jetzt aber nicht wie hoch oder wie weit. Keine Ahnung. Melde dich wenn dir danach ist und sonst alles Gute, einen guten Rutsch und ein glückliches 2009, das alles klappt auch mit Pepe oder wie auch immer. Wir denken oft an dich
Lutz und Petra
Hallo ihr Lieben,
mensch, über Eure Nachricht hab ick mir ja jefreut!!! Und Nicole wirft - wie schöööööööööööööööööönnn!!!!!
Ich sitze hier in Bayern und lasse gerade den Feiertag ausklingen (irgendeinen Vorteil musses ja haben, hier zu wohnen...).
Mit Pepe, der eigentlich Alfredo heißt::)), läufts gut und ich hoffe, er kann hier in 6 Wochen aufschlagen. Und dann wirds spannend...
Weihnachten gut und ruhig überstanden und jetzt also das neue, aufregende Jahr in Angriff nehmen...
Ich vermisse Euch!
Seid lieb gegrüßt
von
Angelina!!!
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