Freitag, 5. September 2008

Erstmal putzen

Da komme ich also um elf Uhr abends nach 5 Monaten Abwesenheit wieder in meiner Wohnung an und freue mich, in aller Ruhe mein Zeug abstellen, mich ein bißchen zu entspannen und ausgeruht die bereits für den nächsten Tag organisierte Kistenrücklieferung aus dem Lager abwarten zu können. Leider sollte es anders kommen. Denn bereits nach flüchtigem Übersehen der hygienischen Grundsituation war ziemlich klar, daß ich meine Wohnung, bevor ich diese wieder mit meinen Sachen bestücken können würde, einer tiefgehenden Komplettreinigung unterziehen müßte. So eine S***** aber auch! Ich war felsenfest davon ausgegangen, meine Untermieterin diesbezüglich richtig eingeschätzt zu haben und wir hatten ja in meiner Abwesenheit auch ständig netten Kontakt miteinander gehabt. Wieso also war sie ganz offensichtlich nicht mal in der Lage, vor ihrem Auszug wenigstens mal den Staubsauger anzuschmeißen und so zu tun als ob.... Und schließlich - vom netten Kontakt jetzt mal ganz abgesehen - stand es schließlich explizit im Vertrag, daß die Wohnung sauber zu übergeben sei. Ich hab ja vor meiner Abreise auch einige Tage mit Einpacken und Putzen verbracht.

Ok, aber es half ja nix. Also ran an den Putzwedel. Und bis 6 Uhr morgens durchgescheuert. Und am kommenden Tag dann noch einige weitere Stunden, mit stetig steigendem Wutpegel.
Um diesen wieder abzubauen und meiner Enttäuschung Luft zu machen, hab ich mich, sobald der Computer wieder angeschlossen war, natürlich hingesetzt und diese ihr gegenüber in einer Mail deutlich formuliert. Und dann kam die schon zu erwartende Retourkutsche:
Jaaaaaaaa, alsooooooooo, ich gebe ja zu, daß ich das mit dem Saubermachen nicht so richtig ernst genommen habe, ABER: schließlich bist du ja selber daran schuld, denn die Wohnung war bei meinem Einzug auch BEI WEITEM nicht so sauber, wie ich mir das vorgestellt habe.

Dazu kann ich nur drei Dinge sagen:
a) Wer mich kennt, weiß, daß man mich nahezu als putzende Zwangsneurotikerin bezeichnen kann. Wenn ich putze, dann putze ich, und das tut kaum jemand so gründlich wie ich.
b) Wenn ich dann noch für jemand anderen als mich selbst putze, so geschieht dies um so gründlicher.
c) What the f**** ist denn das bitte für eine Ausrede? Wie Du mir, so ich Dir? Sind wir im Kindergarten?? Oder im Alten Testament?

Ok, soviel dazu. Das gleiche Geschiß hatte ich schon, als ich meine Wohnung vor Jahren erstmals untervermietet habe. Mit denselben Ausreden, von denen ich mich damals noch verunsichern habe lassen. Diesmal habe ich die Putzzeit von der Kaution abgezogen. Außerdem die Kohle für meine kaputtgegangenen Sachen, die lieblos in einen Karton gepfeffert worden waren.

Ich weiß, es hätte viel schlimmer kommen können und bis auf diese abschließende "Unpäßlichkeit", die mit einigen Scheuerstunden wieder behoben werden konnte, ist ja alles wirklich gut und reibungslos gelaufen. Trotzdem finde ichs schade und enttäuschend.

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