In Deutschland wird einem permanent das Gefühl vermittelt, ein Lebenslauf müßte so gradlinig wie möglich verlaufen, ohne größere Abweichungen vom auserkorenen Berufsziel und, noch wichtiger, ohne größere Lücken, in denen man dann angenommenerweise nichts geleistet oder vermeintlich im Knast gesessen hat.
Was aber nun, wenn die große Berufungserleuchtung auf sich warten läßt oder man einfach für ganz viele verschieden Dinge sich interessiert und für diese außerdem noch gleichermaßen talentiert zu sein scheint? Wieviel darf man ausprobieren, wie lange sich austoben, wie lange die Auffahrt auf die einspurige Karriereautobahn ohne Abfahrt und Wendemöglichkeit hinauszögern? Oder darf man vielleicht viel länger als gedacht die Landstraße mit ihrer schönen Natur und ohne die nervigen Überholmanöver der anderen entlangfahren? Und hie und da in dem einen oder anderen Dorf eine Rast einlegen, um sich dieses anzusehen, sich mit den Anwohnern zu unterhalten und vielleicht einen kleinen Laden dort zu eröffnen? Und wenn der dann nicht mehr läuft, wieder in seinen Wagen zu steigen und dann entweder zügig oder zuckeln weiterzufahren...
In Peru machen das ganz viele Leute so. Da ist es keine Schande, sondern eher notwendige Normalität, daß man in seiner beruflichen Entwicklung flexibel bleibt und die Augen nach links und rechts offen hält. Wenns mit dem einen Job nicht (mehr) klappt, sieht man sich schnell nach was anderem um (gerne auch in einer völlig anderen Branche), oder eröffnet vielleicht ganz flux mehr oder minder legal angemeldet ein eigenes Business. Oder man hat - meist aus der finanziellen Not geboren - gleich mehrere Jobs gleichzeitig.
Von den Paralleljobs abgesehen eigentlich kein schlechtes Modell, welches einem bei der Jobsuche vielleicht nicht nur ein wenig den Druck von den Schultern nimmt, verzweifelt auf grader Linie weiterfahren zu müssen und nun sofort den EINEN und RICHTIGEN Job finden zu müssen, der einen wirklich weiterbringt, sondern auch deutlich mehr theoretische und praktische Flexibilität nach sich zieht, die doch sowohl im Privat- als auch Berufsleben nur von Nutzen sein kann. Oder?
Samstag, 2. August 2008
Flexible Lebensplanung
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Jobsuche,
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Traumjob
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1 Kommentar:
Meine liebe Schwester,
das hast Du ganz fantastisch erfasst. In diesem Fall ist Dtl. leider ein wenig sehr strukturiert, ein bißchen Lebenserfahrung durch Bereisen fremder Länder wie das in vielen anderen Ländern nach der Schule oder dem Studium so üblich ist wäre da schon schön mal auch schön dass es hier anerkannt wird. Nein, ein Auslandsaufenthalt muss dann schon genauestens begründet und am besten mit sinnvoller Arbeit gespickt sein. Da dürftest Du ja keine Sorgen haben, erst die gerade Autobahn und dann ein Abstecher in die soziale Welt. Sehr löblich ;)
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