Mittwoch, 23. Juli 2008

Preise

Außer im Supermarkt gibts in Peru eigentlich nirgendwo so richtig feste Preise. Die kleine Flasche Wasser, die normalerweise für einen Sol zu haben ist, kann in Anbetracht weißer Haut in der kleinen Tienda nebenan schon gerne auf einmal 1,50 kosten und der Preis für ein Tetrapack Milch von 2,30 auf 3,50 Soles in die Höhe schnellen, nachdem die Verkäuferin Dich blitzschnell von tip to toe einem Liquiditätsscan unterzogen hat. Nicht selten habe ich dann erzürnt den Laden verlassen, woraufhin mir die Ware ganz aufgeregt zum halben Preis nachgetragen wurde. Für Menschen vom Typus "Ich liebe Flohmärkte, weil man da so wunderbar um jeden Scheiß feilschen kann" oder "Handeln macht mir ja sooo unendlich viel Spaß" mag dies ein paradiesischer und vor allem preiswerter Umstand sein, für alle anderen - wie mich -, für die jegliche Art von Feilscherei ein Gräuel darstellt, ist es die Hölle. Und macht wütend, weil man sich ungerecht behandelt fühlt und ständig das Gefühl hat, zuviel bezahlt zu haben, zumal wenn man sich mit den örtlichen Preisstrukturen noch nicht auskennt bzw. einem sowieso alles erstmal total billig vorkommt.
Allerdings bin ich mir noch nicht so ganz sicher, was mir denn nun lieber ist: Deutschlands im Vergleich irrsinnig hohe Preise, an denen nicht zu rütteln ist, die allerdings für alle gleich verbindlich sind, oder die peruanischen, ungerechten, aber immer noch wesentlich günstigeren Preise mit erheblichem Spielraum nach unten bei plötzlich und mutig entflammter Handlungswut...

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