Am 24. Juni wird in Cuzco Inti Raymi gefeiert (ja, ich weiss, ich hinke mit der Berichterstattung ein wenig hinterher...). Das ist des Jahres groesstes (Touristen-)spektakel und wir hatten das Glueck, zu dieser Zeit in der Stadt zu sein. Bereits in der Vorwoche finden taegliche Umzuege statt, die dann am 24. endlich in der grossen Sonnen (= Inti) Raymi (=Zeremonie) muenden.
Das ganze nimmt seinen Ausgang morgens um 9 am Quorikancha. Nach seiner dortigen Ansprache zieht der Inka mit seinem Gefolge weiter zur Plaza de Armas, wo eine weitere Zwischenetappe eingelegt wird. Der Hoehepunkt findet dann in Saksayhuamán statt, wo die Statthalter der vier Suyos des Tahuantinsuyo dem Inka Bericht ueber die Lage in diesen Landesteilen erstatten muessen. Anschliessend wird einem Lama bei lebendigem Leibe das Herz entnommen, um dieses dem Sonnengott Inti zu opfern und seine Vergebung sowie seine Unterstuetzung fuer das kommende Jahr zu erbitten.
Touristen und Peruanermassen morgens vor dem Quorikancha:
Hier erscheinen die ersten buntgeschmueckten Teilnehmer. Ich glaube, es sind die Jungfrauen des Inka:
Die in vier verschiedene Farben gekleideten Heere der verschiedenen Suyos machen tanzend ihre Aufwartung:
Leider gab mein Zoom nicht mehr her als diese ein wenig verschwommene Aufnahme des Inka:
Wir haben uns den Zwischenstop auf der Plaza gespart und sind nach der Ansprache am Quorikancha direkt mit dem Taxi nach Saksayhuamán gefahren. Dort hatten bereits Zuschauer uebernachtet, um sich so die besten Plaetze auf dem dem Zeremonienplatz gegenueberliegenden Berg zu sichern. Da die Tribuenenplaetze direkt neben dem Geschehen je 90 $ gekostet haetten, haben auch wir uns fuer diese Platzvariante entschieden, zumal sich auch kein Peruaner diese horrende Summe leisten kann. Wir hatten dann auch ein Riesenglueck und haben eine total nette Familie kennengelernt, die bereits seit den fruehen Morgenstunden einen Platz reserviert hatte, auf dem noch ein Eckchen frei war, welches sie uns freimuetig angeboten haben. Der Papa war dann auch noch so reizend, uns die gesamte auf Quechua gehaltene Zeremonie Wort fuer Wort simultan zu uebersetzen, was uns das Erleben deutlich intensiviert und vor allem verstaendlich gemacht hat.
In der Mitte findet die Zeremonie statt, aussenrum tanzen die Heere und Abgesandten der vier Suyos:
Bis letztes Jahr durften die Zuschauer sich auch noch auf dem Rodadero niederlassen, um von dort das Geschehen zu beobachten. Da dadurch allerdings einige Schaeden an den Ruinen entstanden waren, hatte man dies in diesem Jahr erstmals untersagt. Das hatte zur Folge, dass eine Vielzahl von Zuschauern, die zum Teil von weit angereist waren, leider nichts zum zuschauen hatte, da sie sich in einer Bergmulde ohne jeglichen Ausblick auf das Geschehen zusammenscharen mussten. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, die Sicherheitsvorkehrungen zu durchbrechen, gelang dies dann schliesslich doch und das Resultat war beinahe imposanter anzusehen als die Sonnenbeschwoerung des Inka:
1 Kommentar:
Wow, das ist ja wirklich mal ein Spektakel.
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