Vorletztes Wochenende wollten wir eigentlich Samstag fruehmorgens mit dem Zug nach Huancavelica fahren, nachdem ich allerdings ziemlich schlecht geschlafen hatte, haben wir dies auf den Sonntag verschoben. Also einen Tag spaeter um 5 Uhr morgens aus den Federn (naja, Federn gibts hier ja leider in den Betten keine, sondern eher Filz und Wolle...) und ab zum Bahnhof. Komisch - keine Menschenseele und die Tuer abgeschlossen. Nach einiger Sucherei dann einen "Bahnhofsangestellten" aufgetan, der uns mitteilte, dass der Zug leider kaputt sei und also folglich bis mindestens abends um 7 (was genausogut uebermorgen bedeuten kann) kein Zugverkehr stattfinden wird. Das sollte sich die Deutsche Bahn mal leisten::)) Und da die Zugfahrt das eigentlich Interessante an der Reise nach H. ist und nicht die Stadt selber, sind wir also nicht auf den Bus umgestiegen, sondern erstmal wieder heim. Dort hin und her ueberlegt, was wir also mit dem angebrochenen Tag anfangen sollten, denn hier in der Umgebung haben wir eigentlich so langsam alles durch. Schliesslich haben wir uns dann fuer Tarma entschieden, eine mittelgrosse Stadt, welche wir auf dem Weg in die Selva mal durchquert haben. Nach einer 2.5-stuendigen Busfahrt sind wir schliesslich dort angekommen und wurden auch sogleich von einem findigen Tourguide angesprochen, ob wir nicht an der wundervollen Tour "Valle de las Flores" teilnehmen wollen. Ach ja, warum nicht? Sich ein paar Stunden in einen Kombi hocken und rumfahren lassen schien die bequemste Art, sich die spannendsten Sehenswuerdigkeiten der Gegend zu Gemuete zu fuehren. Los gings also und dies sind die einzelnen Stationen dieses aufregenden Erlebnisses:
Station 1: Tarma
Diese Station wurde geflissentlich ausgelassen, denn schliesslich sind wir ja von hier losgefahren... Hier ein Schnappschuss, den ich nach der Rueckkehr geschossen habe:
Ausserdem gibts eine Kathedrale, aber die ist zu dunkel geraten und auch nicht gerade eindrucksvoll.
Station 2: Chuchupampa
Wenn ich das richtig verstanden habe, so bezieht sich dieser Name (aus dem Quechua) auf die beiden Berge, die wie zwei Brueste nebeneinander aufragen:
Da die Tour den Namen "Valle de Flores" traegt, mussten natuerlich auch ein paar Blumen her. Das hinter mit zu sehende Blumenfeld war allerdings das einzige weit und breit und fuer ein halbes Kind aus dem Land der Tulpen war dies ehrlich gesagt ein wenig wenig beeindruckend:
Station 3: Camino de Inca
Wesentlich beeindruckender war dieser Blick durchs Autofenster auf einen veritablen Abschnitt des ehemaligen Gehwegs der Inca:
Station 4: Reserva de Vicuñas
Nach ca. einer Stunde Fahrt durch eine wuestenaehnliche Landschaft gelangten wir schliesslich in ein Vicuña-Reservat (oder vielleicht war auch die ganze Wueste das Vicuña-Reservat??) und konnten einen Blick auf diese aeusserst scheuen Lebewesen erhaschen, denen wir uns ganz leise naehern mussten, damit einer unserer zwei Guides das untenstehende Foto schiessen konnte. Erst mussten wir allerdings die beiden Schwertransporter passieren lassen, die die Vicuñas nicht einmal aufblicken liessen:
Und hier ein paar umsteinte Felder:
Station 5: Chachiposo
Diese Sehenswuerdigkeit beinhaltete 2 Wasserquellen, oder eher -tuempel, die aufgrund eines angeblich in 3000 Metern (ich halte das fuer eine bodenlose Uebertreibung) befindlichen Salzfelsens Salzwasser beinhalten. Parallel zum Blick aufs Wasser gabs die Erzaehlung der mindestens 4. Sage um ein unglueckliches Liebespaar, von denen ich auf jeder Tour immer nur ein Drittel verstehe und von denen sich das, was ich verstehe, alles immer irgendwie gleich anhoert. So etwa wie Romeo und Julia, nur ein bisschen abgefahrener und mit ein paar Naturgoettern ausgeschmueckt.
Copyright Internet, da ich wegen Magenschmerzen vergessen habe, ein Foto zu schiessen.
Hier ein eindrucksvoller Ausblick auf die waehrend der Inkazeit gefertigten Feldterassen, los andenes:
Station 6: Gruta de Huagapo
Die einzig halbwegs interessante Station unserer 7stuendigen (Tor)Tour. Diese Grotte ist wohl entweder die tiefste oder die zweittiefste Grotte der Welt und zumindest AA hatte seinen Spass daran, an Seilen einige der Grottenteile aufwaerts und abwaerts zu erkunden. Ich hatte eher Schiss, mir war kalt und langsam wars dann auch gut.
Irgendwo gibts immer una Virgen zu entdecken.
Station 7: Shaprash
Weiter gings durch the Middle of Nowhere, als der Wagen ploetzlich an der naechsten Sehenswuerdigkeit anhielt. Nachdem unsere Guides uns dann alle aufgeweckt hatten, hats erstmal eine Zeitlang gedauert zu dechiffrieren, worin denn nun dieses Highlight bestand:
Na, erkannt? Ich auch nicht. Auch nach langem Betrachten, Suchen und dem ausgestreckten Zeigefinger folgen. Irgendwo in diesem Felsen kann man wohl das Angesicht Jesu erkennen...
Station 8: Santuario Sr. de Muruhuay
Dazu kann ich leider nicht viel sagen, denn einerseits hab ich wahrlich nicht kapiert, worin dieses Heiligtum besteht, andererseits wars mir dann auch relativ wurscht.
Fuer alle Interessierten (und letztendlich im nachhinein auch fuer mich) hab ich aber nun doch noch ein bisschen recherchiert und folgende Legende aufgetan:
LEYENDA DEL SEÑOR DE MURUHUAY
Existen numerosas leyendas que explican la aparición del Cristo Crucificado de Muruhuay, la más conocida es la siguiente:
Después de caer derrotados en los campos de Junín por las tropas patrióticas, el 6 de agosto de 1824, muchos soldados españoles salieron huyendo, fue así como llegó a la zona de Muruhuay un oficial que temía ser descubierto y victimado por los peruanos.
Su permanencia en el lugar era penosa, estaba asustado, estaba enfermo y no tenía que comer. Su desesperación lo llevó a trazar la efigie del Cristo Crucificado en la faz de una roca, haciendo uso de su espada. Todas las noches le oraba y pedia clemencia.
Una noche, un humilde campesino notó que dos velas alumbraban el cerro, cuando se acercó vio la sorprendente imagen. Inmediatamente avisó a sus patrones y al párroco, pero estos no le creyeron, por el contrario lo reprendieron diciéndole que eran alucinaciones producto de sus borracheras, y amenazaron castigarlo.
Pero, el indiecito insistía y se desesperaba, ante esto el párroco decidió acudir al lugar y verificó que lo que le habían referido era cierto.
Die Region um Tarma bot nun keine Geheimnisse mehr, die es zu erkunden galt, und so beschlossen wir, uns also wieder auf den Heimweg zu machen. Leichter gesagt denn getan, denn mittlerweile wars so spaet geworden, dass alles Busse voll waren. Prima. Also zum nahezu doppelten Preis mit drei anderen Leuten in ein Taxi gequetscht und in der Rekordzeit von 1.5 Stunden durchs Gebirge nach Hause geschossen. Und was auch immer ich im Laufe des Tages nicht so ganz freundliches ueber vermeintliche Marien- und Jesuserscheinungen von mir gegeben habe, habe ich in diesen 1.5 Stunden saemtlich wieder zurueckgenommen, auf dass der Herr uns diesen Moerdertrip ueberleben lasse...Amen!
Montag, 12. Mai 2008
Ausflug nach Tarma
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3 Kommentare:
Na das klingt ja nach voller Begeisterung ;)
Naja, etwas interesse an Region, Kultur und Natur müsste man natürlich schon mitbringen... Wer auf der Suche nach Ruhe, Natur und Kultur abseits des Massentourismus ist, dem kann ich die Region Tarma jedenfalls besten Gewissens empfehlen. http://www.visitatarma.com
tut mir leid, wenn ich ihre persönlichen gefühle für die region verletzt habe, aber ich bringe tatsächlich interesse an region, kultur und natur mit. vielleicht habe ich einfach ein bißchen viel erwartet, aber zu meiner verteidigung kann ich anführen, daß auch mein peruanischer mittlerweile gatte, selber ehedem in huancayo als guide tätig, von den touristischen highlights tarmas nicht vom hocker gerissenn war. für ruhe abseits des massentourismus sicher aber ein schöner tipp.
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