Letzten Sonntag fand im Haus der Tochter meiner Gastfamilie eine echte Pachamanca statt. Das ist die traditionelle Zubereitung eines Essens in einem heissen Erdloch. In dem Erdloch wird zunaechst ein Gluthaufen entzuendet, auf welchem dann eine Steinaufbaut errichtet wird, damit sich auch die Steine aufheizen. Waehrenddessen wird das Essen vorbereitet, welches traditionell aus 3 Sorten Fleisch, Bohnen, Humitas (eine in Maisblaetter gehuellte Mischung aus durch einen Sieb gedruecktem Mais, Mehl, Zucker etc. besteht) und Kartoffeln besteht. Wenn alles heiss und fertig vorbereitet ist, werden die Steine entfernt und das Essen ins Loch befoerdert, wobei immer wieder lagenweise heisse Steine aufgeschichtet werden. Das ganze wird dann gut abgedeckt und mit Erde abgedichtet. Nach ca. 1.5 Stunden wird die Erde wieder abgetragen und kommen fertig gegarte Leckereien ans Tageslicht. Gegessen wird das ganze dann natuerlich erdverbundenerweise ohne Besteck.
Anschliessend gabs dann eine Runde Bier, zu dessen Mitbringung Angel angehalten worden war, um die Sympathien meiner Gastfamilie zu gewinnen. Scheint hier so ueblich zu sein:) Getrunken wird dann aber ein bisschen anders als bei uns. Denn nicht jeder bekommt eine Flasche vorgesetzt, sondern es macht ein einzelnes Glas die Runde, welches sich jeder, waehrend er seinem Nebenmann zuprostet, aus derselben Flasche fuellt. Uebrigbleibender Schaum wird anschliessend in eine dafuer auf dem Tisch stehende Schale geschuettet und das Glas wird weitergereicht. Diese Vorgehensweise hat natuerlich zur Folge, dass man wesentlich schneller als gewoehnlich trinkt, weil man den naechsten nicht ewig warten lassen will. Hab ich natuerlich auch gemacht. Und das obendrauf auf die fettige Pacha Manca. Die Rache folgte dann auf den Fuss und hat mich nahezu die ganze Nacht mit Magenkraempfen niedergestreckt. Hinterher wurde ich dann ganz schlau von allen Seiten darueber belehrt, dass man nach einer Pacha Manca doch nur Tee oder Anisschnaps trinken soll und jaaaaa kein kaltes Bier. Und schon gar nicht ich mit meinem empfindlichen europaeischen Magen. Entsprechende Belehrungen natuerlich auch von jenen, die mir einen Tag vorher noch froehlich zugeprostet haben. Naja, naechstes Mal weiss ichs besser...
Links meine Gastmama Senora Lourdes und Tochter Sahri bei der Vorbereitung der Humitas.
Gastpapa Senor Edmundo schichtet Steine auf.
Ausblick aus dem Klofenster.
Senora Lourdes mischt den Teig fuer die Humitas,
Und hier wird ihm das Fell in heissem Wasser abgeschrubbt. Waehrenddessen ich meine zaertlichen Kindheitsgedanken an meinen kleinen Egon tapfer zu verdraengen suchte, dir zuvor erheblich zur Erheiterung meiner Gastfamilie beigetragen haben. Denn wie um alles in der Welt kann man ein Meerschwein drei Jahre lang in einem Kaefig neben dem Kinderbett halten, ohne es zu verzehren.....???
und entweder auf dem Boden sitzend
oder gemeinsam am Tisch verzehrt.
Das blieb dann am Ende uebrig von meinem Meersauschenkel.
Und zu guter Letzt gabs Bluemchen fuer alle Maedels, rueckwirkend zum internationalen Tag der Frau!
2 Kommentare:
Ja, ja, besser mit Anisschnaps ablöschen das nächste Mal was. ;) Meinst du echt, dass es Dir dann besser geht? Allerliebste Grüße vom Brittchen
Egon war ja ein Fliegengewicht gegen diesen Wonneproppen. Die Fotos vermitteln ganz toll einen Eindruck, in welcher Welt Du Dich gerade befindest - ich verfolge Deine Abenteuer gespannt. Alles Gute, Isi
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