Dienstag, 12. Februar 2008

In the Middle of Nowhere

So. Ich wollte Abenteuer und Entbehrung - das hab ich nun davon. Heute morgen bin ich mit Ingrid in einem "Kombi" (in Dtl. wuerden da vermutlich maximal 10 Leute reinpassen, hier locker mindestens 25) nach Sikaya gefahren, wo ich bei Senora Lourdes, dem Gatten Senor Edmondo und Sohn Junior untergebracht bin. Ueber mir auf dem Dach ist eine Meerschweinchenzucht (Verzehr aber nur an Festtagen) und fliessendes Wasser ein hehrer Traum. Und es ist schon wirklich ziemlich kalt. Die beiden sind aber total reizend und machen die Entbehrungen vollends wett und meine erste Schuessel Hammelfleischssuppe hab ich mir auch schon einverleibt (zugegebenermassen war das allerdings ein ziemlicher innerer Kampf, der allerdings wohlwollend gewuerdigt wurde...).
Kurze Zeit spaeter kam dann auch Bernabe nach und zu dritt sind wir dann in den naechsten Kombi gestiegen, der uns eine halbe Stunde noch tiefer ins Andenhochland verfrachtet hat, genauer gesagt nach Aco. Dort werde ich im kommenden Monat in fuenf verschiedenen Wawa Wasis (Quechua fuer Kindergarten) arbeiten, jeden Tag abwechselnd in einem anderen. Die sind wir dann heute gemeinsam mit Maria, sozusagen der Wawa Wasi-Chefin, abgelaufen, damit ich mir ungefaehr aufmalen konnte, wo ich dann immer so hin muss und wie die einzelnen Madres heissen, denen ich zur Hand gehen werde. In jedem WW sind 8 Kinder im Alter von 0-3 untergebracht, waehrend die Eltern der Feldarbeit nachgehen. So wird gewaehrleistet, dass die Kinder nicht den ganzen Tag eingesperrt in der Huette verbringen und ein bisschen stimuliert werden. Die Kinder sind herzerwaermend suess (postkartenmotivisch...), die Lebensumstaende allerdings der blanke Horror. Der Nachmittagsschlaf wird in regelrechten Verschlaegen verbracht, fuer die man in Deutschland den Tierschutz holen wuerde, wuerde man dort einen Hund eingesperrt finden.
Da ich ja noch nie wirklich mit Kinden zu tun hatte, bin ich natuerlich schon ein bisschen nervoes, aber ich denke, dass wohl jede Art von Zuwendung schon ein grosses Stueck weiterhilft (Liebstes Ninchen, wie gerne haette ich dich jetzt an meiner Seite:)!).
Morgen gehts also los. Ingrid und Bernabe werden mich in den kommenden zwei Tagen noch begleiten und ab naechste Woche bin ich dann auf mich allein gestellt. Wenn mir hier in der Einoede allerdings das Meerschweinchendach auf den Kopf faellt, kann ich jederzeit nach Huancayo und das Wochenende bei Ingrid und ihren Eltern verbringen. (Hier bist Du, Alexandra, schon herzlich eingeladen und steht ein Bett fuer Dich bereit, wenn Du Dich entschliesst, mich zu besuchen!!)
So, und jetzt werd ich noch ein bisschen durch die staubigen Strassen wandeln (als Gringa eine ganz besondere Erfahrung:) und mich noch mit einer ordentlichen Ladung Wasser eindecken. Und dann leg ich mich hin. Gute Nacht!

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liebe Angela, der Trip nach Peru hat sich ja jetzt schon voll gelohnt, oder? Zumindest sind deine ersten Tage an Abenteuer und Spannung kaum zu übertreffen. Toll!

Anonym hat gesagt…

Hola Angelita, na da bin ich ja mal auf die nächsten Stories schon gespannt. Dein Blog macht Spaß am Morgen auf der Arbeit :-), da wirds hier auch gleich ein bißchen sonniger und abenteuerlicher...
Un abrazo fuerte
Frieda

Anonym hat gesagt…

Liebe Angela,
du weisst ja, mit den Wünschen ist das so eine Sache, man muss höllisch damit aufpassen, weil sie sich ja meistens erfüllen, nur halt leider nicht so oder dann, wie bzw. wann man sich das vorstellt!
Ich hab dich auf jeden Fall als Startseite konfiguriert, und es macht Spass, deine Berichte morgens als erstes zu lesen. Möge dich Macht mit dir sein, junger Skywalker!

Anonym hat gesagt…

Moin Angela, ich habe ja die Hoffnung, daß Du nicht mehr so bald an ein Glasfaserkabel kommst - so in the middle of nowhere:-) Mal gucken, was Du so an Einsichten mitbringst! Liebe Grüße,
K.

nina hat gesagt…

wie gerne wäre ich bei dir und den kleinen butzelchens!
dein ninchen.

nina hat gesagt…

wie gern wäre ich bei dir und den kleinen süßen butzelchens!
ninchen.